Machtwechsel steht bevor
Indonesien wählt erstmals direkt den Präsidenten

Rund 153  Millionen Menschen sind aufgerufen, über ihr Staatsoberhaupt zu entscheiden. Kurz vor der Wahl liegt der frühere Sicherheitsminister und ehemalige General Susilo Bambang Yudhoyono in der Wählergunst weit vorne. Die amtierende Präsidentin Megawati Sukarnoputri liegt dagegen mit deutlichem Abstand erst auf Platz drei

HB AMBON. Noch vor ihr rangierte der wegen Menschenrechtsverletzungen in Ost-Timor angeklagte frühere General Wiranto. Sollte keiner der insgesamt fünf Präsidentschaftsbewerber im ersten Wahlgang mindestens 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, kommt es am 20. September zu einer Stichwahl zwischen dem erst- und zweitplatzierten Kandidaten.Beobachter rechneten mit einer hohen Wahlbeteiligung.

Megawati Sukarnoputri hatte das höchste Staatsamt im Sommer 2001 übernommen, nachdem ihr Vorgänger Abdurrahman Wahid zurückgetreten war. Viele Indonesier werfen ihr vor, nicht entschlossen genug gegen Armut sowie Korruption vorgegangen zu sein und die Wirtschaft vernachlässigt haben.
Bei der Parlamentswahl im Mai hatte Megawatis Indonesische Demokratische Partei-Kampf (PDI-P) deutlich an Stimmen verloren. Als Sieger war die Golkar-Partei des früheren Präsidenten Suharto hervorgegangen. Yudhoyono, ein ehemaliger General, gehört der neu gegründeten Demokratischen Partei an.

Die ersten der rund 150 Millionen Wahlberechtigten gaben im Osten des Archipels ihre Stimme ab. Dort liegt Ambon, die Hauptstadt der Molukken, wo es erst kürzlich zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Moslems und Christen gekommen war. Indonesien ist das bevölkerungsreichste moslemische Land. Es wird von politischem Chaos, einer Wirtschaftskrise und wiederholten Bombenanschlägen extremistischer Moslems heimgesucht. Im Oktober 2002 waren bei Anschlägen auf Nachtclubs auf der Ferieninsel Bali 202 Menschen getötet worden, darunter viele Ausländer.

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