Madrids Erfolge im Kampf gegen die Eta scheinen Verzweiflungstat provoziert zu haben
Eta: Geschwächt, aber brandgefährlich

Die Eta schien schon fast geschlagen. Doch das schiere Ausmaß der Anschlagserie hat die Gefährlichkeit der baskischen Terrorgruppe auf brutalste Art und Weise unterstrichen, aber auch Zweifel an ihrer Täterschaft geweckt. Die Regierung lässt zwar in alle Richtungen ermitteln, hatte aber - zumindest zwischenzeitlich – laut Innenminister Ángel Acebes „keinen Zweifel“ an der Verantwortung der Eta.

sk/scm MADRID. Auch der verwendete Sprengstoff sei vom Typ, wie ihn die Eta verwende. Äußerungen der verbotenen Eta-nahen Batasuna-Partei, dass Araber für die Attentate verantwortlich sein könnten, wies Acebes als „Manipulation“ zurück.

Unterstützung erhält die Regierung von unabhängigen Experten. So hält Charles Powell vom Forschungsinstitut Real Instituto Elcano in Madrid die Äußerungen von Batasuna-Chef Arnaldo Otegi für wenig glaubhaft. Auch der Terror-Experte und „El-Pais“-Redakteur José Luis Barberia vertritt diese Meinung. Er sieht gerade in der Maßlosigkeit des Anschlags ein Zeichen der Schwäche. Es sei für die Eta leichter, Attentate gegen eine Menge Zivilpersonen zu verüben als gegen Politiker. „Durch Fahndungserfolge der Polizei und die gute Zusammenarbeit mit französischen Behörden ist die Eta, personell, infrastrukturell und logistisch geschwächt“, meinte er. Mit dem Anschlag wolle sie „Handlungsfähigkeit beweisen“. Letztes Jahr fielen drei Menschen den Mördern zum Opfer, so wenig wie seit Jahren nicht mehr.

Doch jetzt ist klar, die Gefahr ist nicht gebannt. Eta wird unberechenbarer. Die Attentäter sind kaum mehr geschult, das setzt sie unter Stress. Ihre Organisation gilt als langsam und ineffizient. Die Anschläge werden wahlloser. Auch ihr politisches Ziel, glauben Experten, ist in den Hintergrund gerückt. Was die Terroristen eint, ist die bedingungslose Gewaltbereitschaft.

Trotz allem wollen einige Beobachter nicht völlig ausschließen, dass wegen der Verwicklung Spaniens in den Irak-Krieg auch andere Urheber in Frage kommen könnten. So hält Professor Anthony Gooch von der London School of Economics eine Beteiligung von El Kaida für möglich. Attentate wie die in Madrid „passten nicht in das Muster der Eta.“

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