Märkte in Jubelstimmung
EZB-Chef Draghi verspricht Rettung um jeden Preis

Die Euro-Retter sind bereit, alles zu tun, um eine weitere Krisenverschärfung und eine mögliche Gefährdung des Währungsraums zu verhindern. Entsprechende Signale gab EZB-Chef Draghi. Die Märkte reagierten prompt.
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London/FrankfurtDer Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, schürt die Hoffnung auf ein stärkeres Eingreifen der Europäischen Zentralbank im Kampf gegen die Schuldenkrise. "Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten", sagte Draghi am Donnerstag auf einer Investorenkonferenz in London. "Und glauben Sie mir, das wird ausreichen." Sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen von Krisenländern die Wirkung der Geldpolitik stören, "fällt das in unser Mandat". Anleger und Experten spekulieren darauf, dass die EZB nun wieder Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Spanien und Italien kauft und so deren extrem hohe Zinskosten drückt.

Draghi erhielt für seinen Vorstoß umgehend Beifall vom französischen Finanzminister Pierre Moscovici, der die Äußerungen als "sehr positiv" bezeichnete.

"Das ist ein hoffnungsvolles Zeichen, dass die EZB ihr Zögern und damit die Marktpanik beendet", sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank. "Wird sie wieder am Bondmarkt aktiv, dann kauft sie Krisenländern wie Spanien und Italien die Zeit, die sie für die Umsetzung ihrer Reformen brauchen." Das sehen andere Experten ähnlich. "Das ist wohl der Versuch, die Beschränkungen für den direkten Kauf von Staatsanleihen zu umgehen", sagte Analyst Marc Ostwald von Monument Securities.

Der EZB ist die direkte Staatsfinanzierung nach ihren Statuten verboten. Das tat sie aber bis Jahresanfang indirekt, indem sie Staatsanleihen im Wert von mehr als 200 Milliarden Euro am Markt erwarb und so die Kreditkosten der Krisenländer drückte. Auch wegen dieser unkonventionellen Maßnahmen hatten Bundesbankchef Axel Weber und EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark ihren Hut genommen.

Seit vielen Wochen ruht das Kaufprogramm. Da die Zinsen von Italien und Spanien inzwischen auf Rekordhöhen gestiegen sind, wächst aber der Druck auf die EZB, wieder aktiv zu werden. Draghi dürfte bei einer Wiederaufnahme auf Widerstand aus Deutschland und anderen Kernländern stoßen. Nach den Worten des Chefs der niederländischen Zentralbank, Klaas Knot, befindet sich das Kaufprogramm "im Tiefschlaf und wird es auch bleiben".

Draghi dürfte die Kritiker mit dem Hinweis zu überzeugen versuchen, dass die Geldpolitik der EZB wegen der Schuldenkrise verpufft. Weder die Zinssenkung auf das Rekordtief von 0,75 Prozent noch die riesigen Finanzspritzen für die Banken haben die Panik an den Märkten, die Gefahr einer Kreditklemme in den Krisenstaaten und den Konjunkturabschwung verhindern können.

Ein Grund dafür ist, dass die Kurse von Staatsanleihen von Krisenstaaten abgerutscht sind und die Bilanzen vieler Banken verhageln. Diese halten sich deshalb mit der Kreditvergabe zurück. Mit dem Kauf dieser Papiere könnte die EZB zumindest für eine Verschnaufpause sorgen.

An den Märkten wurde das Vorpreschen des obersten Währungshüters gefeiert: Der Euro-Kurs zog deshalb kräftig an, die europäischen Aktienmärkte bauten ihre Gewinne aus - und auch der Euro vollzog nach schwacher Tendenz die Wende ins Plus. Auch an der Wall Street standen die Zeichen auf Grün. Ein Frankfurter Händler sagte: "Wenn die EZB sich hinstellt und sagt, sie ist bereit, alles zu tun, um den Euro zu verteidigen, beruhigt das die Anleger ungemein. Das heißt wohl, dass die EZB ein Maßnahmenpaket in der Hinterhand hat, um das Schlimmste abzuwenden. Denn alle Investoren hoffen vor allem auf eines: ein Ende der Unsicherheit."

Kommentare zu " Märkte in Jubelstimmung: EZB-Chef Draghi verspricht Rettung um jeden Preis"

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  • "Ja dutzi, dutzi, du, wo is denn das kleine Konjunkturkrisili?" Weiterträumen!

  • ÜBERSETZUNG

    "Draghi verspricht Rettung um jeden Preis und die Märkte jubeln."

    bedeutet...

    Draghi verpricht der Hochfinanz (genannt "die Märkte"), dass ihre Forderungen und Vermögen auf Kosten der Bürger Europas und unter Inkaufnahme des Verlustes des Wohlstandes von 99% der Menschen in Europa ("um jeden Preis") gerettet werden.

    Alles klar jetzt?

  • @Matze
    Beherrschen Sie auch die deutsche Sprache?
    Ihr "Herumgeeiere" nervt!

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