Mahmud Ahmadinedschad
Iran zeigt sich gewohnt kompromisslos

US-Außenministerin Condoleeza Rice plädiert dafür, im Atomstreit mit dem Iran den jüngsten Drohungen aus Teheran nicht zu viel Bedeutung beizumessen. Doch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad erweist sich einmal mehr als kompromisslos.

HB TEHERAN/WASHINGTON. Der Iran sei sehr abhängig von seinen Einkünften aus Erdölverkäufen, sagte Rice am Sonntag in einer Talk-Show des US-Fernsehsenders Fox News. Rund 80 Prozent des iranischen Haushaltes stammten vom Erdöl und damit entstünde für das Land ein sehr ernsthaftes Problem, wenn es die Öllieferungen stoppen würde.

Nach den Worten von Rice sehen die USA in den bisherigen Äußerungen aus Teheran auch keine generelle Ablehnung des Angebots. Die Vorschläge müssten erst übergeben werden und danach müsse man der iranischen Führung etwas Zeit geben, die Situation zu überdenken. Die Antwort müsse dann in Wochen und nicht in Monaten erfolgen, sagte Rice. Die internationale Gemeinschaft sei nicht bereit zu warten, während der Iran weitere Fortschritte bei seinem Atomprogramm mache. „Das ist kein Angebot für den Iran zu einem großen Tauschhandel“, sagte Rice.

Der Iran hatte eine weltweite Ölkrise angedroht, sollten die USA den Weg eines Militärschlages wählen. Zu dem Angebot der UN-Vetomächte und Deutschlands hatte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad gesagt, er wolle es in Ruhe prüfen. Zugleich lehnte er aber jeden Kompromiss bei der Forderung der internationalen Gemeinschaft nach einem Stopp der Urananreicherung ab. Ahmadinedschad bekräftigte das „unbestreitbare Recht“ seines Landes auf die Urananreicherung. „Bei diesem Punkt wird es keinen Kompromiss und nicht einmal Verhandlungen geben.“

Der ultrakonservative Ahmadinedschad ist seit August vergangenen Jahres iranischer Staatspräsident. Seitdem sorgt er immer wieder mit unglaublichen Äußerungen für Aufregung. International umstritten ist er vor allem wegen seiner anti-israelischen Äußerungen und seiner starren Haltung im Streit um das iranische Atomprogramm.

Ahmadinedschad hat Israel mehrfach mit Vernichtung gedroht. Im Oktober vergangenen Jahres hatte er auf einer Konferenz in Teheran gesagt, er erwarte, dass Israel von der Landkarte getilgt werde. Mit Gottes Hilfe werde dies „durch kontinuierliche Weisheit der Palästinenser auch bald realisiert werden“.

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