Mali: Darum führt Frankreich in Afrika Krieg

Mali
Darum führt Frankreich in Afrika Krieg

Hollandes Entscheidung, in Mali militärisch einzugreifen, sieht wie ein Abenteuer aus. Doch sie ist populär, weil viele Franzosen nicht bereit sind, Afrika den Islamisten zu überlassen. Aber auch sie stellen Fragen.
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ParisDie Franzosen stehen mit großer Mehrheit zu der Militäraktion in Mali. Das hindert sie nicht daran, genau wie in anderen Ländern auch Fragen zu stellen: Was ist das Ziel des Krieges, welchen Verlauf wird er in der nächsten Zeit nehmen, was steckt wirklich dahinter, welche Gefahren drohen in der Region?

Voll zufrieden scheint nur eine Gruppe zu sein: Das Militär. Zwar müssen die Soldaten ihren Kopf hinhalten. Doch die Spitze der Streitkräfte freut sich über die Herausforderung. „Mali erlaubt dem Militär, zu zeigen, was es kann. Kurz vor Fertigstellung des neuen Weißbuchs zur Verteidigung kommt ihm das sehr gelegen“, sagt ein Beobachter in Paris mit einem Anflug von Zynismus.

François Hollande stand bei der Armee bis zu seiner Mali-Entscheidung im Verdacht, in militärischen Fragen viel weicher zu sein als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Ein Eindruck, den er durch seine Anordnung, Afghanistan überstürzt zu verlassen, selbst hervorgerufen hat. Diese Zweifel sind über Nacht verschwunden.

Und auch bei der französischen Rechten hat der Staatspräsident an Ansehen gewonnen. In Paris kursiert der martialische Ausdruck, Hollande stehe „kerzengerade in seinen Stiefeln.“ Die schnelle Entscheidung Hollandes, den Vormarsch der Terroristen zu stoppen, imponiert der Rechten mehr als der Linken.

Die äußerste Linke rund um Kommunisten und Linkspartei ist offen gegen den Einsatz. Doch Fragen stellen auch andere. Aufgrund ihrer Kolonialgeschichte verfügen die Franzosen über viele ausgezeichnete Kenner der Region. Die stehen nicht alle mit fliegenden Fahnen hinter dem militärischen Eingreifen, auch wenn sie es grundsätzlich gutheißen.

Roland Marchal, der sich am Forschungszentrum CNRS mit Konflikten im Afrika südlich der Sahara befasst und sich derzeit im Tschad aufhält, weist auf die Risiken hin. „Die Terroristen sind fanatisch, aber nicht verrückt

Und sie kennen die Gesellschaft von Mali und Niger besser als wir.“ sagte er dem Handelsblatt.

Kommentare zu " Mali: Darum führt Frankreich in Afrika Krieg"

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  • 'CTM' sagt
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    Danke für die sachliche Antwort, was man von der Antwort von Rechner nicht behaupten kann...Meine Reaktion auf letztere ist ein Lachen und am Ende einfach ignorieren...
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    Klar - so macht man das wenn es an Argumenten fehlt:

    Pauschale und unbelegte Abwertung, gefolgt von künstlichem Gelache und eifrigem Ignorieren.

    +++

    'CTM' sagt
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    Diese Erfahrungen haben viele Afrikanische Schriftsteller (Léopold Sédar Senghor) und welche aus den Antillen (Aimé Cesaire) dieser Zeit haben dazu veranlasst die Bewegung der "Negritude" zu gründen und voran zu treiben.
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    Wat denn - "Negritude"???

    Ist der Senghor jetzt auch Rassist?

    So wie es gemäß Ihrer Vorstellungen auch Martin Luther King sein müßte:

    "America has given the Negro people a bad check"

    "this sweltering summer of the Negro's legitimate discontent"

    Martin Luther King, Jr. "The Negro and the American Dream" (Ansprache an NAACP 25.9.1960)

    ...

    Junge, Junge.

  • O-Ton Handelsblatt
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    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
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    Unsachlich sind hier nur Ihre Löschungen.

  • 'CTM' sagt
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    Ich nenne Sie auch nicht NAZI, wenn es für Sie nicht ok ist.
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    Dürfen Sie aber.

    Zwar wäre es sachlich verkehrt, mich als "NAZI" zu bezeichnen, aber eine Beleidigung sehe ich darin nicht.

    Und selbst wenn es so gemeint sein sollte - das interessiert mich nicht!

    Mich kann man mit nicht beleidigen - ich habe nämlich ein gesundes Selbstbewußtsein.

    Das sollten Sie auch 'mal probieren, dann würde ihr abgeblicher "Stolz auf Ihre Hautfarbe" ein bißchen glaubwürdiger.

    Während Stolz der sich in der Verfolgung von Meinungsäußerungen und abgeblichen Beleidigungen erschöpft in Wirklichkeit Niedertracht ist.

    ...

    Versuchen Sie es doch 'mal mit Toleranz für andere Meinungen und für die Sprachen andrer Völker!

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