Mali
Entscheidung über EU-Militärmission vertagt

Ob die EU eine Ausbildungsmission nach Mali schickt, soll erst im Dezember entschieden werden. Vorher sollen die Vereinten Nationen darüber entscheiden, was in dem von Islamisten kontrollierten Land geschehen soll.
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BrüsselDie Europäische Union wird erst im Dezember über die Entsendung einer Ausbildungsmission für die malischen Streitkräfte entscheiden. „Eine Entscheidung wird es erst im Dezember geben“, sagte Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Montag in Brüssel vor einem Treffen der EU-Außen- und Verteidigungsminister. Auf der Tagesordnung stand eine Beratung über das Konzept eines solchen Ausbildungseinsatzes.

„Wir wollen, dass die Vereinten Nationen das erste Wort haben“, begründete de Maizière die Vertagung der Entscheidung auf den kommenden Monat. Die UNO werde „die Afrikaner beauftragen, in Mali tätig zu werden“, sagte der Minister im Hinblick auf die geplante Entsendung einer Eingreiftruppe der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) zur Rückeroberung des Nordens Malis.

Islamisten haben die dünn besiedelte Wüstenregion unter ihre Kontrolle gebracht und dort das islamische Recht der Scharia ausgerufen, nachdem im März die Regierung in Bamako von unzufriedenen Soldaten gestürzt worden war. Die Nachbarländer Malis und auch westliche Staaten befürchten, dass der Norden des Landes nun zu einem Rückzugsgebiet für islamische Terroristen werden könnte.

De Maizière stellte am Montag eine Beteiligung der Bundeswehr an der EU-Militärmission in Aussicht: „Deutschland kann und wird sich an einer solchen Ausbildungsmission beteiligen, wenn es eine klare Trennung gibt zwischen der Ausbildungshilfe der Europäischen Union einschließlich Deutschland und dem Kampfeinsatz der Afrikaner.“

 
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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