Mali-Konflikt: Internationales Eingreifen zeigt seine Tücken

Mali-Konflikt
Internationales Eingreifen zeigt seine Tücken

Frankreich hat in Mali erneut Luftangriffe geflogen. Soldaten aus afrikanischen Ländern machen sich bereit - und warten auf Transportflugzeuge. Um deren Einsatz streiten deutsche Politiker. Die USA halten sich heraus.
  • 6

Paris/Bamako/Berlin/MadridFrankreich richtet sich wegen des Widerstands der islamistischen Rebellen auf einen längeren Einsatz in Mali ein. Demnächst würden weitere Soldaten in das westafrikanische Land geschickt, kündigte Präsident François Hollande am Dienstag während eines Aufenthalts in Abu Dhabi an.

Nach übereinstimmenden Berichten will Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian bis zu 2500 Soldaten nach Mali schicken. Eine Kolonne von etwa 60 französischen Panzern und Schützenpanzern, die aus der Elfenbeinküste nach Mali verlegt worden war, brach am Nachmittag aus Bamako in das Kampfgebiet auf.

Die Bundesregierung will den Einsatz gegen die Islamisten mit Flugzeugen für den Truppentransport unterstützen. Nach dpa-Informationen wird die Entsendung von vier Transall- Transportmaschinen und einem Airbus-Passagierjet vom Typ A310 geprüft. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte am Dienstag in Berlin, Deutschland wolle nicht nur militärisch helfen. Neben der logistischen gehe es auch um medizinische und humanitäre Hilfe.

Kanzlerin Angela Merkel wollte am Mittwoch in Berlin mit dem Vorsitzenden der westafrikanischen Wirtschaftsunion Ecowas, Alassane Ouattara, das weitere Vorgehen gegen die islamistischen Rebellen in Mali besprechen. Mit den deutschen Maschinen sollen Ecowas-Truppen nach Mali transportiert werden.

Doch um den Einsatz ist in Deutschland eine Debatte entbrannt. Die SPD warf Merkel eine schlechte Informationspolitik und Zögerlichkeit beim Einsatz gegen islamistische Rebellen in Mali vor. „Wie immer taucht die Kanzlerin in solchen Prozessen eher ab, wartet hin und erklärt nicht“, sagte SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Es müsse jetzt darum gehen, der deutschen Gesellschaft mit fünf, sechs guten Argumenten das Engagement in Afrika zu erläutern. Dass Merkel dies nicht tue, sei „ein ganz großes Versäumnis und auch eine vertane Chance“.

Die SPD erwartet nach Worten von Arnold schnellstmöglich Informationen darüber, wie sich die Bundesregierung die angekündigte humanitäre Unterstützung vorstelle. „Da sind Hunderttausende Menschen auf der Flucht, da muss man gegebenenfalls auch Soforthilfe leisten“, sagte der Verteidigungsexperte. Auf jeden Fall müsse der Bundestag eingeschaltet werden, falls Maschinen der Luftwaffe Personen transportieren und in Mali landen sollten. Dann sei ein Mandat nötig, „das ist eindeutig“, sagte Arnold.

Kommentare zu " Mali-Konflikt: Internationales Eingreifen zeigt seine Tücken"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • erst ist merkel & co gegen diesen einsatz und jetzt wird wieder geliefert..um was geht es da unten wirklich!!!!! das volk selber ist so arm..

  • schön geschrieben, es geht doch nur um die bodenschätze..das mit dem islam..ist doch nur ein vorwand...haben doch nur angst das sich china du unten ein nistet..

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%