Mali: Regierungschef von Soldaten festgenommen

Mali Regierungschef von Soldaten festgenommen

Erneuter Putsch-Versuch in Mali: Nach Angaben eines Mitarbeiters ist der Regierungschef der westafrikanischen Republik Mali in der Nacht von Soldaten festgenommen worden.
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Der Regierungschef der westafrikanischen Republik Mali, Cheick Modibo Diarra, ist nach Angaben von Mitarbeitern in der Nacht zum Dienstag von Soldaten festgenommen worden. Die Militärs hätten gesagt, dass sie im Auftrag von Hauptmann Amadou Haya Sanogo handelten, erläuterte ein Mitarbeiter Diarras der Nachrichtenagentur AFP. Ein Trupp von rund 20 Soldaten kam demnach aus der Garnison Kati in der Nähe der Hauptstadt Bamako, um Diarra an seinem Wohnsitz festzunehmen.

Diarra wollte den Angaben zufolge noch in der Nacht nach Frankreich reisen, um sich in Paris einem Gesundheits-Check zu unterziehen. Er habe zuvor eine kurze Fernseh-Ansprache aufgenommen. Die Aufnahme sei jedoch vom Militär beschlagnahmt worden. Der Trupp von Soldaten habe die Eingangstür von Diarras Haus "demoliert" und den Regierungschef "ziemlich brutal" behandelt, hieß es weiter.
Sanogo war bereits an einem Putsch im März beteiligt. Die früheren Putschisten nutzen die Garnison Kati als ihre Festung. Aus Kreisen der Sicherheitskräfte wurden die Informationen über die Verwicklung Sanogos in Diarras Festnahme bestätigt.
Am 22. März hatte eine Gruppe von Soldaten den langjährigen Präsidenten Amadou Toumani Touré gestürzt. In dem Machtvakuum nach dem Putsch im März gelang es Tuareg-Rebellen und mit ihnen verbündeten Islamisten innerhalb weniger Tage, den gesamten Norden des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Diarra sprach sich wiederholt dafür aus, eine internationale Militärtruppe solle gegen die Islamisten einschreiten. Offiziell übergab Hauptmann Sanogo zwei Wochen nach dem Putsch vom März die Macht wieder an eine zivile Regierung, faktisch aber behielt er in Bamako erheblichen Einfluss.

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