Mali: Tschadische Soldaten in Kidal eingezogen

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Tschadische Soldaten in Kidal eingezogen

Wie das französische Verteidigungsministerium berichtet, sollen 1800 tschadische Soldaten in die malische Stadt Kidal eingezogen sein. Indes hat Deutschland erklärt, Sanitäter in das westafrikanische Land zu schicken.
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GaoNach mehrtägigem Bombardement durch die französische Luftwaffe sind tschadische Truppen in die nordmalische ehemalige Islamisten-Hochburg Kidal einmarschiert. Die Franzosen seien weiterhin für die Kontrolle des Flughafens von Kidal zuständig, teilte am Dienstag das Verteidigungsministerium in Paris mit. In Brüssel beriet die internationale Gemeinschaft über die Stabilisierung des westafrikanischen Krisenstaates.

Kidal, das 1500 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt liegt, war bis Ende Januar in der Hand der islamistischen Tuareg-Gruppe Ansar Dine. Kurz vor der Ankunft der Franzosen wechselte die Stadt unter die Kontrolle der gemäßigteren Ansar-Dine-Abspaltung MIA und der Tuareg-Truppe MNLA. Diese stimmten einer Einnahme durch die Franzosen zu, wollten aber keine Soldaten der ECOWAS-Mission MISMA akzeptieren, da sie Racheakte gegen Araber und Tuareg fürchteten. Die tschadischen Truppen gehören der MISMA nicht an.

Frankreich kämpft seit dem 11. Januar im Norden Malis gegen Islamisten. Derzeit sind in dem westafrikanischen Land fast 4000 französische Soldaten stationiert. Truppen der Westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS sollen sie bald ablösen. Sie sollen die Regierungstruppen im Kampf gegen islamistische Gruppen unterstützen. Eine EU-Mission soll Soldaten der malischen Armee ausbilden, sich aber nicht an Kampfhandlungen beteiligen.

Nachdem die französischen Streitkräfte in kurzer Zeit die von den Islamisten kontrollierten Städte Gao und Timbuktu befreit hatten, versuchten sie seit Tagen, gemeinsam mit der malischen und tschadischen Armee Kidal unter ihre Kontrolle zu bringen. Dutzende Kampfflugzeuge bombardierten bis Montag Trainings- und Versorgungszentren sowie Waffenlager rund um Kidal.

Auch Deutschland weitet seine Militärhilfe für Mali aus: Neben Transport- und Tankflugzeugen sowie Militärausbildern sollen 40 Sanitätssoldaten in das westafrikanische Krisenland geschickt werden. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte dem „Tagesspiegel“ (Mittwoch), dies sei am Dienstag bei einer internationalen Konferenz in Brüssel vereinbart worden. Die Zahl der deutschen Soldaten im Mali-Einsatz könnte damit auf mehr als 150 anwachsen.

Die Bundeswehr ist bereits mit Transall-Maschinen für den Truppen-Transport in Mali im Einsatz. Dafür sind bis zu 75 Soldaten vorgesehen. Zudem hat Deutschland Tankflugzeuge, Ausrüstung und 15 Millionen Euro für den Kampf gegen die islamistischen Rebellen zugesagt. Hinzu kommen rund 40 Pioniere, die ab Anfang März an einer EU-Ausbildungsmission teilnehmen sollen. „Zusätzlich hat Deutschland, nachdem sich kein anderer Mitgliedstaat dazu bereiterklärt hat, zugesagt, rund 40 Sanitätssoldaten zu entsenden“, sagte de Maizière.

Die Ärzte und Sanitäter sollen in Mali ein Feldlazarett unterhalten. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums ist aber noch offen, wo genau und wann die Sanitätssoldaten zum Einsatz kommen sollen.

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