Mancher Konzern arbeitet seit 150 Jahren am Bosporus
Türkei setzt auf deutsche Unternehmen

Der Unternehmer Kamel Sahin demonstriert Optimismus: "Die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen wird die deutsche Wirtschaft als Startsignal werten und ihre Investitionen in der Türkei kräftig ausbauen." Der Präsident der Deutsch-Türkischen IHK in Köln berichtet von einem "wachsenden Interesse von Großindustrie und Mittelstand am Investitionsstandort Türkei".

DÜSSELDORF. Sahin gilt neben dem türkischstämmigen Tourismusunternehmer Vural Öger (Öger Tours) als Vorzeige-Unternehmer in Deutschland und in der Türkei. Der gelernte Ingenieur begann nach dem Studium in Aachen als T-Shirt-Händler. Aus dem Nichts schuf er ein Konglomerat mit den Kernaktivitäten Textil, Energie und Tourismus. Die deutsch-türkische Sahinler Holding erzielt mit 12 000 Beschäftigten in 13 Ländern einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro.

Der Pionier der deutsch-türkischen Wirtschaftsverflechtung praktiziert das, was Yunus Ulusoy vom Zentrum für Türkeistudien in Essen prognostiziert: "Mit der neuen EU-Perspektive werden deutsche Unternehmer die Türkei als Produktionsstandort neu bewerten." Der türkischstämmige Ökonom zieht Parallelen zu den neuen EU-Mitgliedern: "Lange bevor Polen, Tschechien, Ungarn und die Slowakei beitraten, hatte die deutsche Industrie dort ihre Claims durch eigene Fabriken abgesteckt."

Die Kapitalverflechtung zwischen Deutschland und der Türkei spiegelt nicht das Potenzial beider Volkswirtschaften wider. Darin stimmen Experten und Unternehmer überein, obwohl die deutsche Wirtschaft faktisch der wichtigste Auslandsinvestor sein dürfte. Zwar belegen die Deutschen in der türkischen Statistik nur Rang zwei hinter den Niederländern - aber nur, weil internationale Großunternehmen ihre Türkei-Investitionen über Steuerparadiese auf niederländischen Inseln in der Karibik laufen lassen. Von der Anzahl der Produktionsstätten her liegt die deutsche Wirtschaft an der Spitze, "vermutlich auch vom investierten Kapital", sagt Marc Landau, Geschäftsführer der Deutsch-Türkischen IHK in Istanbul. Etliche deutsche Konzerne arbeiten seit über fünfzig Jahren mit eigenen Tochterunternehmen in der Türkei, "Siemens schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts", sagt Landau.

Seite 1:

Türkei setzt auf deutsche Unternehmen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%