„Manifest für ein unabhängiges Flandern in Europa“
Wegen Sezessionswunsch gefeuert

Dem Belgien-Chef der Unternehmensberatung McKinsey, Herman de Bode, ist eine Unterschrift zum Verhängnis geworden.

BRÜSSEL. Dem Belgien-Chef der Unternehmensberatung McKinsey, Herman de Bode, ist eine Unterschrift zum Verhängnis geworden. Der Berater hatte vor einer Woche gemeinsam mit anderen flämischen Wirtschaftsbossen ein „Manifest für ein unabhängiges Flandern in Europa“ präsentiert. Darin fordern sie die Unabhängigkeit ihrer Region vom übrigen Belgien, also der französischsprachigen Region Wallonie.

Der Spitze von McKinsey gefiel das gar nicht. Schließlich berät das Unternehmen auch Firmen in den französischsprachigen Landesteilen. Herman de Bode musste seinen Hut nehmen, obwohl er zuvor versichert hatte, den Text „als Einzelperson und nicht als Chef von McKinsey“ unterschrieben zu haben.

Er befindet sich in guter Gesellschaft. Die Liste der Unterzeichner liest sich wie die Crème de la Crème der flämischen Wirtschaft: Neben Bode stehen zum Beispiel der Ex-Präsident des flämischen Arbeitgeberverbands und der ehemalige Präsident der Bank KBC – um nur einige zu nennen.

Nach dem Vorbild der ehemaligen Tschechoslowakei wollen sie ihr Land friedlich in zwei Teile spalten. Die Hauptstadt Brüssel, die vor allem von Französischsprachigen bewohnt wird, aber geografisch in Flandern liegt, soll dabei einen Sonderstatus erhalten. Die Autoren wünschen sich eine Art europäisches Washington D.C. mit zahlreichen Sonderrechten. Wichtige Entscheidungen müssten mit den beiden neuentstandenen Ländern abgestimmt werden.

„Die beiden Regionen haben sich in zu unterschiedliche Richtungen bewegt“, sagt Remi Vermeiren, ehemaliger KBC-Präsident und Initiator des Manifests. Sowohl wirtschaftlich als auch politisch funktioniere das föderale Gebilde Belgien nicht.

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