Marcel Fratzscher: Ökonom spricht von „finanzieller Kriegsführung“ der USA

Marcel Fratzscher
Top-Ökonom warnt vor Staatspleite Russlands

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Ökonom spricht von „finanzieller Kriegsführung“ der USA

Polleit gab allerdings auch zu bedenken, sollte russischen Banken der Zugang zu Swift versperrt sein, könnten immer noch Zahlungen mit russischen Handelspartnern ausgeführt werden, etwa indem Korrespondenzbankverbindungen genutzt werden. Eine Korrespondenzbank ist ein Kreditinstitut im Ausland, zu dem ein inländisches Kreditinstitut eine Geschäftsbeziehung unterhält und über die Auslandsgeschäfte und Auslandszahlungen der Kunden vor allem in Devisen abgewickelt werden.

Polleit vermutet allerdings hinter dem Ansinnen der Amerikaner, Russland von Swift auszuschließen, dass Washington die US-Dollar-Dominanz zur Erreichung politischer Ziele einsetzen wolle. „Diese Strategie des US-Schatzamts, die seit 9/11 verfolgt wird, wird auch als ,Financial Warfare', als ,finanzielle Kriegsführung', bezeichnet“, erläuterte der Honorarprofessor an der Universität Bayreuth und Chefvolkswirt der Degussa Goldhandel GmbH.

Die Amerikaner könnten demnach den Russen den Zugang zum internationalen Zahlungsverkehr beispielsweise dadurch versperren, dass sie Sanktionen gegen diejenigen Banken aussprechen, die mit Russland Zahlungen abwickeln. Beispielsweise werde Banken, die mit Russland Zahlungen abwickeln, der Zugang zum US-Dollar-Markt gesperrt.

„Angesichts derartiger Sanktionen ist denkbar, dass Russland vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten werden könnte“, sagte Polleit weiter. „Nicht nur für die russische Volkswirtschaft, sondern auch für alle diejenigen, die mit russischen Unternehmen Handel betreiben, würde es dann heikel.“

Beispielsweise könnten russische Banken und Firmen, die US-Dollar- oder Euro-Verbindlichkeiten haben, keine Zins- und Tilgungszahlungen mehr an ihre Gläubiger überweisen – zum Schaden der Kreditgeber. „Auch wäre für russische Firmen eine Neukreditaufnahme in Fremdwährung nicht mehr möglich“, erklärte der Ökonom. Das könne zu Zahlungsausfällen führen – zum Schaden von Schuldner und Gläubiger.

Kommentare zu " Marcel Fratzscher: Top-Ökonom warnt vor Staatspleite Russlands"

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  • Unabhängig von allem: Wer hier den 'Focus' zitiert bzw. Links zu entsprechenden Artikeln veröffentlicht, ist sich offenbar nicht im Klaren darüber, welch' Geistes Kind dieses Käseblatt mit eindeutiger Tendenz und seine Mannschaft sind. Das hat mit objektiver Berichterstattung nichts zu tun. Man lese besser das Handelsblatt - sofern der geistige Horizont hier genügend Ressourcen hergibt .....

  • Wovor warnen die Frösche? Vor dem Austrocknen des Sumpfes. Na klar, ist ein gemeinsamer Handel gut für die beteiligten Seiten, und wenn man nicht handelt, ist es eben nicht so gut. Klar ist auch, daß wenn Rußland vom Swift-System abgeschnitten wird, man eigene Nachteile in Kauf nehmen muß. Aber hier geht es darum, ob in Europa ein System gleichberechtigter und freier Beziehungen zwischen den Staaten erhalten werden kann, ohne Annektierungen, ohne fünfte Kolonnen, ohne militärische Einmischungen. Ja, und wir sollten in Europa auch darüber nachdenken, wie wir die Folgen von Sanktionen gegen Rußland solidarisch mildern können. Nach Abwägung des Für und Wider gibt es also die klare Antwort, ja, Abschneiden von Swift, damit in Rußland die wirtschaftlichen Akteure in der Politik ein Umdenken über die eigenen Staatsgrenzen bewirken. Anders ausgedrückt, der Druck der freien Welt muß so lange und so intensiv erhöht werden, bis sich Rußland auf sein eigenes Staatsterritorium zurückzieht. Das heißt, gleichberechtigter Teil der Weltgemeinschaft kann Rußland nur ohne die Krim und ohne die Ostukraine sein. Bis dahin muß jede nichtmilitärische Option erlaubt sein.

  • @Thomas Hobmaier
    "Alternative Energiequellen ..."

    Tja, aus Sonne und Wind kann man aber weder Tabletten, Lacke oder Kabelummantelungen herstellen. All das - und noch viel mehr wird aus Erdöl hergestellt.

    immer wieder diese naiven Grünen. Grün hinten den Ohren denke ich :-)

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