Marineeinsatz im Mittelmeer
Tausende Flüchtlinge vor libyscher Küste gerettet

Bei Marineeinsätzen vor der libyschen Küste konnten am Wochenende tausende Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet werden. Derweil vergiftet die Krise zunehmend das Klima unter den osteuropäischen Transitstaaten.

BerlinVor der Küste Libyens sind am Samstag fast 4700 Flüchtlinge gerettet worden, die unterwegs nach Europa waren. Auch die deutsche Marine war an der Aktion beteiligt. Allein beim größten von insgesamt 20 Rettungseinsätzen in den Gewässern vor Libyen wurden 1137 Menschen von zwei Schiffen in Sicherheit gebracht, wie die italienische Küstenwache mitteilte.

An der Operation waren Schiffe von Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen sowie eine Fregatte der Bundeswehr beteiligt, die Hunderte der Flüchtlinge aufnahm. Die britische und kroatische Marine sowie ein Frachtschiff halfen ebenfalls mit. Die Fregatte „Schleswig-Holstein“ nahm nach Angaben der Bundeswehr 767 Menschen an Bord. Sie sollen in Palermo auf Sizilien den zuständigen Behörden übergeben werden.

Die „Schleswig-Holstein“ ist eines von zwei deutschen Schiffen, die sich seit Ende Juni an der EU-Mission zur Seenotrettung und Bekämpfung der Schleuserkriminalität im südlichen Mittelmeer beteiligen. Insgesamt haben die deutschen Schiffe seitdem fast 2400 Menschen geholfen. Zuvor hatte die Bundeswehr unter einem nationalen Mandat insgesamt 5673 Flüchtlinge gerettet.

Vor der griechischen Insel Lesbos wurden am Sonntag nach dem Untergang eines Flüchtlingsbootes 26 Menschen vermisst. 20 Migranten seien gerettet worden, teilte die griechische Küstenwache mit.

Lesbos ist eines der wichtigsten Ziele von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten, die über die Türkei nach Europa übersetzen. Auf diesem Weg haben dieses Jahr schon 300.000 Menschen Griechenland erreicht, die meisten davon Syrer und Iraker.

Unterdessen vergiftet die Flüchtlingskrise zunehmend das Klima unter den osteuropäischen Transitstaaten. Kroatien kündigte am Wochenende an, es werde den Nachbarn Ungarn weiter zur Aufnahme von Migranten zwingen. Die Regierung in Budapest protestierte gegen dieses Vorgehen und warf Kroatien vor, Ungarn und die EU im Stich zu lassen, da es seine Außengrenze nicht ordentlich schütze. Das Land bringe ständig weitere Menschen an die Grenze.

Seit Ungarn seine Grenze zum südlichen Nachbarn Serbien am Dienstag mit einem Zaun abriegelte und damit den Weg von dort in die Europäische Union (EU) versperrte, strömten mehr als 20.000 Migranten auf der Suche nach einem Schlupfloch nach Kroatien. Viele von ihnen kommen aus dem Bürgerkriegsland Syrien und wollen weiter nach Deutschland.

Ungarische Soldaten riegelten auch die Grenze zu Kroatien mit Stacheldraht ab. Auch Kroatiens nördlicher Nachbar Slowenien gerät zunehmend unter Druck. Ministerpräsident Miro Cerar sagte, sollte der Ansturm zu groß werden, werde er mit den Nachbarstaaten über die Einrichtung eines Transit-Korridors für die Flüchtlinge beraten.

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Innenminister unter Druck

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