Mariupol

Ukrainisches Patrouille-Boot explodiert

Mariupol war zuletzt ein Brennpunkt des Konflikts zwischen Regierungstruppen und prorussischen Rebellen in der Ostukraine. Nun ist ein Patrouillenboot vor der Hafenstadt explodiert. Schuld ist offenbar eine Mine.
Update: 07.06.2015 - 17:54 Uhr Kommentieren
Die Gefechte zwischen Regierungstruppen und prorussischen Rebellen hatten sich in den vergangenen Tagen ungeachtet eines offiziellen Waffenstillstands wieder verschärft. Quelle: dpa
Krise in der Ukraine

Die Gefechte zwischen Regierungstruppen und prorussischen Rebellen hatten sich in den vergangenen Tagen ungeachtet eines offiziellen Waffenstillstands wieder verschärft.

(Foto: dpa)

KiewBei der Explosion einer Mine nahe der umkämpften ostukrainischen Hafenstadt Mariupol sind sechs Insassen eines Bootes der ukrainischen Küstenwache verletzt worden. Der Kapitän des Bootes werde vermisst, teilte der ukrainische Grenzschutz am Sonntag mit. In der Ostukraine war die Lage nach Armeeangaben weiter angespannt.

Nach Angaben des Grenzschutzes waren sieben Soldaten an Bord des Bootes. „Sechs von ihnen wurden ins Krankenhaus eingeliefert, ein weiterer wird noch gesucht. Es handelt sich um den Kapitän.“ Den Angaben zufolge fuhr das Boot während einer Inspektion über eine Mine. Das Boot wurde der Behörde zufolge durch die Explosion schwer beschädigt.

Die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol liegt am Asowschen Meer. Sie ist die letzte von der ukrainischen Staatsführung kontrollierte Großstadt in den von den Separatisten beanspruchten Gebieten im Osten des Landes. Die Stadt liegt auf dem Landweg in Richtung der im März vergangenen Jahres von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim. In der Nähe des etwa zehn Kilometer von Mariupol entfernten Dorfes Schirokine gibt es immer wieder Gefechte.

Eigentlich gilt seit dem Minsker Friedensabkommen vom Februar eine Waffenruhe, diese wird aber immer wieder gebrochen. Besonders in den vergangenen Tagen hatte die Gewalt in der Ostukraine wieder zugenommen.

Auch am Sonntag war die Lage „angespannt“, wie die ukrainische Armee mitteilte. Separatisten und russische Truppen hätten in der Nähe des Dorfes Granitne fünf Angriffe mit Grad-Raketen vorgenommen, sagte Armeesprecher Alexander Motuzianyk auf einer Pressekonferenz. Das Dorf liegt auf halbem Weg zwischen der Rebellenhochburg Donezk und der Hafenstadt Mariupol. Kein Soldat sei getötet worden, in den vergangenen 24 Stunden seien aber acht Soldaten verletzt worden. Dem Sprecher zufolge überflogen zudem feindliche Drohnen 38 Mal die Rebellenregionen Donezk und Lugansk.

Die prorussischen Separatisten erklärten ihrerseits, dass zwei Zivilisten in Donezk bei einem Luftangriff getötet worden seien. Die Rebellen warfen der ukrainischen Armee vor, hinter dem Angriff zu stecken.

In dem Konflikt in der Ostukraine wurden seit April 2014 bereits mehr als 6400 Menschen getötet. Die Ukraine und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten in der Ostukraine militärisch zu unterstützen und Truppen stationiert zu haben. Moskau weist dies zurück.

  • afp
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