Marktentwicklung
Zuckeranbau soll sinken, Getreideanbau steigen

Die Europäische Union hat ihre Reform des Zuckermarkts überarbeitet: Damit reagieren die EU-Agrarminister auf die Marktentwicklung – die Verfehlung der bisherigen Ziele zur Senkung der Produktion. Dagegen soll die Getreideproduktion ausgeweitet werden. Grund seien die stark gestiegenen Brot- und Futtermittelpreise.

HB BRÜSSEL. Die Agrarminister der 27 EU-Staaten beschlossen gestern größere finanzielle Anreize für die Rübenbauern, damit diese freiwillig der EU ihre Quoten für den subventionierten Zuckeranbau zurückgeben. Gleichzeitig drohten die Minister mit Kürzungen ohne Entschädigungen, wenn bis 2010 zu wenige Unternehmen das Angebot angenommen haben sollten.

Der Rückkauf der Quoten ist zentraler Bestandteil der Zuckermarktreform, welche die EU 2005 beschlossen hat. Bisher haben aber weniger Firmen als erwartet die Offerte akzeptiert. Die Zuckerproduktion sei deshalb nur um zwei Mill. Tonnen zurückgegangen statt wie erwartet um sechs bis sieben Mill. Tonnen, teilten EU-Diplomaten mit.

Bei Getreide beschlossen die Agrarminister dagegen eine Ausweitung der Produktion. Angesichts der stark gestiegenen Brot- und Futtermittelpreise hoben sie die bisher geltende Anbaubeschränkung für die Bauern vollständig auf. Die Beschränkung war Ende der achtziger Jahre eingeführt worden, um Überschüsse abzubauen.

Zunächst wurde die Vorschrift, wonach die Landwirte zehn Prozent ihrer Getreideanbaufläche brach liegen lassen müssen, für die Aussaat im Herbst 2007 und im Frühjahr 2008 ausgesetzt. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel äußerte die Hoffnung, dass dies zehn bis 17 Mill. Tonnen zusätzlicher Ernte bringen werde. Fischer Boel sagte, sie wolle zudem grundsätzlich überprüfen, ob die Flächenstilllegung noch immer ein geeignetes Instrument sei.

Die Bundesregierung unterstützte gestern zwar die vorläufige Aufhebung der Anbaurestriktion. Bezüglich einer generellen Abschaffung der Flächenstilllegung äußerte Landwirtschafts-Staatssekretär Gert Lindemann aber Bedenken. „Im Moment weiß kein Mensch, wie lange die Hochpreisphase andauern wird“, sagte Lindemann. An den Weltmärkten werden derzeit Spitzenpreise für Getreide unter anderem wegen schlechter Ernten in Europa und Australien gezahlt.

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