International

_

Marktwirtschaftliche Reformen: Kuba „aktualisiert“ seinen Kommunismus

Die Kommunistische Partei Kubas will private Initiativen zulassen, um so ihre kriselnde Wirtschaft zu bekämpfen. Dies sei eine „Aktualisierung“ des sozialistischen Modells, ohne „Konzession an den Feind“.

Das Bild, das von der kubanischen Nachrichtensite Cubadebate veröffentlicht wurde, zeigt die Nationale Parteikonferenz der kommunistischen Partei in Havanna. Quelle: dpa
Das Bild, das von der kubanischen Nachrichtensite Cubadebate veröffentlicht wurde, zeigt die Nationale Parteikonferenz der kommunistischen Partei in Havanna. Quelle: dpa

HavannaDie Kommunisten Kubas haben am Sonntag eine Reorganisation ihrer Partei beschlossen. Zum Abschluss der zweitägigen Nationalen Parteikonferenz unter der Leitung von Staats- und Parteichef Raul Castro verabschiedeten sie ein Grundsatzdokument, mit dem die Mitglieder auf die Wirtschaftsreformen mit marktwirtschaftlichen Elementen eingestimmt werden sollen.

Anzeige

Die Konferenz war einberufen worden, nachdem der VI. Parteikongress im April 2011 mit seinen Leitlinien zur Wirtschaftspolitik eine „Aktualisierung“ des kubanischen sozialistischen Modells eingeleitet hatte. Diese sehen die Zulassung privater Initiative im Wirtschaftsleben des Karibikstaates vor, der seit fünf Jahrzehnten kommunistisch regiert wird.

Castro, der am Sonntag zum Abschluss der Veranstaltung zu den Delegierten sprach, hatte zuvor Forderungen nach weitergehenden politischen und gesellschaftlichen Reformen erneut eine klare Absage erteilt. Die Konferenz sei eine interne Veranstaltung der Partei, sagte er. Bereits am Samstag hatte sein Stellvertreter die Botschaft der Konferenz beschrieben: „Wir setzen die notwendigen Veränderungen fort, aber ohne die kleinste Konzession an den Feind.“

Kuba

Am Samstag hatten die über 800 Delegierten aus allen Parteiorganisationen in vier Arbeitsgruppen über Aufgaben und Methoden der Partei, deren politische und ideologische Tätigkeit, Führungsfragen und die Beziehungen zu den Massenorganisationen wie den Gewerkschaften und den Jugendverbänden beraten. Obwohl die Parteikonferenz in der Verfassung als Regierungsinstrument Kubas vorgesehen ist, war sie nie zuvor einberufen worden.

In dem Dokument ist vor allem von einer Stärkung der Partei und der Perfektionierung ihrer Arbeit die Rede. Angesichts der Veränderungen müsse vor allem die Mentalität im Parteileben „modifiziert“ werden, heißt es an einer Stelle. „Sie ist eine psychologische Barriere“, die an Dogmen und obsoleten Kriterien festgeklammert sei. Die Parteistrukturen sollen durch entsprechende Reformen wieder besser und zuverlässiger funktionieren.

Die Partei nimmt sich vor, ihre Beziehungen zu den Massenorganisationen, wie den von ihr kontrollierten Gewerkschaften und der kommunistischen Jugend zu verbessern. Kritik und Selbstkritik sollen gefördert, die Korruption bekämpft und die Arbeit der ebenfalls von der Partei kontrollierten Medien verbessert werden.

  • 29.01.2012, 20:07 UhrOccupyWallStreet

    Jetzt wird der neoliberale Kapitalismus auch noch in Kuba eingeführt. Wann merkt die politische Elite endlich, dass die Verssklavung der Menschen durch das Kapital und die Bankster keine Lösung ist. Das Streben nach Profit zerstört die Welt und lässt die Massen verarmen. Nordkorea bleibt nunmehr als letztes Land übrig, in welchem Gerechtigkeit und menschenwürdige Gleichheit herrscht.

  • 29.01.2012, 19:31 Uhrroterkaufmann

    kommunismus & marktwirtschaft - ein erfolgsmodell

    siehe china

    p.n.o.

  • 29.01.2012, 19:15 Uhrschlingel

    Kommunismus und Planwirtschaft - ein Erfolgsmodell.

    q.e.d.

  • Die aktuellen Top-Themen
US-Repräsentantenhaus: Obama erhält OK zur Bewaffnung syrischer Rebellen

Obama erhält OK zur Bewaffnung syrischer Rebellen

Das US-Repräsentantenhaus billigt eine Bewaffnung syrischer Rebellen im Kampf gegen die IS. Es kam damit einer Bitte des Präsidenten nach. Der Senat muss noch zustimmen. Bodentruppen schließen Obama und Kerry weiter aus.

Warnung des Afrika-Verbands: Ebola-Krise erreicht deutsche Wirtschaft

Ebola-Krise erreicht deutsche Wirtschaft

Das Ebola-Virus droht nicht nur eine menschliche Katastrophe zu werden. IWF und Weltbank befürchten gravierende wirtschaftliche Folgen. Und auch der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft schlägt Alarm.

Weniger Aufträge: Russland-Sanktionen treffen deutschen Maschinenbau

Russland-Sanktionen treffen deutschen Maschinenbau

Durch die Krise in der Ukraine geraten deutsche Maschinenbauer, Reedereien und Schiffe in Schieflage. Russland will unterdessen die Besitzrechte von Ausländern in einheimischen Medien drastisch beschneiden.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International