Marokkaner wieder frei
Islamisten-Gruppe hinter Anschlägen vermutet

In das Zentrum der Ermittlungen zu den Anschlägen in Madrid ist nach Angaben der spanischen Regierung eine aus Marokko stammende Gruppe von Moslem-Extremisten gerückt. Anscheinend nicht an den Attentaten beteiligt war jedoch der festgenommene Marokkaner, der zeitweise auch in Deutschland gelebt hatte. Der spanische Ermittlungsrichter Juan del Olmo ordnete am Dienstag die Freilassung des 28-Jährigen an.

HB MADRID. Spaniens Innenminister Angel Acebes teilte mit, hinter den Anschlägen vom 11. März mit 191 Toten stecke vermutlich eine radikal-islamistischen Terror-Organisation. Dabei handele es sich um die Islamistische Gruppe Marokkanischer Kämpfer (GICM), welche als einer Zweige des Terrornetzwerkes El Kaida gilt. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass andere Gruppierungen bei den Anschlägen auf vier Madrider Pendlerzüge eine Rolle gespielt hätten, sagte der Minister.

Gegen den Marokkaner, der zeitweise in Deutschland gelebt hatte und in der vorigen Woche bei Toledo in Mittelspanien festgenommen worden war, besteht nach Ansicht des Ermittlungsrichters kein begründeter Tatverdacht. Nach seiner Festnahme hatte die Polizei in Darmstadt die Wohnung des Mannes durchsucht. Nach Angaben von Generalbundesanwalt Kay Nehm war ein Studienwunsch des Marokkaners in Deutschland abgelehnt worden.

In Spanien nahm die Polizei wegen der Attentate in Madrid drei weitere Verdächtige fest, zwei Syrern und einen Spanier. Damit wurden nach Angaben des Innenministers insgesamt 23 Verdächtige dingfest gemacht. Gegen 14 von ihnen wurde mittlerweile Haftbefehl erlassen. Zwei davon, ein Syrer und ein Marokkaner, wurden am Dienstag in Untersuchungshaft genommen. Der Syrer stehe im Verdacht, einer der Bombenleger gewesen zu sein, die zehn Sprengsätze in vier Pendlerzügen detonieren ließen, hieß es.

Damit befinden sich fünf mutmaßliche Attentäter - vier Marokkaner und ein Syrer - in Untersuchungshaft, die die Bomben unmittelbar gelegt haben sollen. Neun Verdächtige sollen sich an der Vorbereitung der Anschläge beteiligt haben.

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