Marokko
Todesurteil für Marrakesch-Attentäter

Sechs Monate nach dem verheerenden Bombenanschlag auf ein Touristen-Café in Marrakesch ist der Hauptangeklagte zum Tode verurteilt worden.
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Madrid/RabatDer Haupttäter des Bombenanschlags auf das Café Argana in Marrakesch ist am Freitag zum Tode verurteilt worden. Bei dem Attentat am 28. April kamen 17 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Touristen. Unter den Todesopfern waren acht Franzosen und drei Touristen aus der Schweiz.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, als Tourist verkleidet die Bombe in dem Café gelegt und später mit seinem Funktelefon gezündet zu haben. Es war das schwerste Attentat in Marokko seit 2003, als bei einer Anschlagsserie auf westliche und jüdische Einrichtungen in Casablanca zwölf Selbstmordattentäter 33 Menschen mit in den Tod rissen.
Ein Mittäter wurde zu lebenslanger Haft und vier Mitwisser zu je vier Jahren Gefängnis verurteilt. Drei weitere Angeklagte erhielten eine Haftstrafe von zwei Jahren.

In dem Gerichtssaal brachen Tumulte aus, als die Urteile verlesen wurden. Angehörige des Verurteilten brachen in Tränen aus und beschwerten sich lautstark über die ihrer Auffassung nach ungerechten Urteile. Die Polizei nahm die Schwester des Haupttäters in Gewahrsam.

Die Staatsanwaltschaft hatte für beide Täter die Todesstrafe gefordert. Die Angehörigen der französischen Opfer des Anschlags vom 28. April hatten sich dagegen für lebenslange Haft ausgesprochen. Die Verteidigung kritisierte, es fehlten klare Beweise.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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