Martin Schulz verlangt weiterhin Entschuldigung
Streit um Berlusconis Nazivergleich geht weiter

Der Streit um den Nazi-Vergleich von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi geht weiter. Während EU- Kommissarin Michaele Schreyer (Grüne) ein Ende der Auseinandersetzung forderte, verlangt der betroffene SPD-Europaabgeordnete Martin Schulz weiterhin eine Entschuldigung.

HB/dpa STUTTGART/BERLIN. Berlusconi hatte am vergangenen Mittwoch bei seiner Antrittsrede im Europaparlament Schulz eine Filmrolle als KZ-Aufseher angetragen, nachdem dieser dem amtierenden EU-Ratpräsidenten kritisch zu seiner umstrittenen Justizpolitik befragt hatte.

Schreyer sagte am Samstag in Stuttgart, Berlusconi habe sich bei ihr persönlich für seine Aussage entschuldigt. Nun müsse daran gearbeitet werden, dass keine Vorbelastung für die italienische EU- Ratspräsidentschaft bleibe. Der Ministerpräsident habe erklärt, er habe die Gefühle eines Volkes nicht verletzen wollen. „Eine Entschuldigung muss man auch annehmen“, sagte Schreyer. Berlusconi hatte am Freitagabend noch erklärt, er habe sich nicht entschuldigt.

Die Ablösung des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi vom Amt des EU-Ratsvorsitzenden hat der FDP-Fraktionsvize Werner Hoyer gefordert. Er nannte Berlusconis Auftritte „eine Provokation und einen unglaublichen Skandal“. Der italienische Außenminister Franco Fratini solle das Amt übernehmen. Mit jeder Äußerung verschlimmere Berlusconi die Lage.

Der italienische Regierungschef begründete seinen Vergleich damit, dass er durch die Figur des Feldwebels Shultz in der US-Fernsehserie „Hogan's Heroes“ inspiriert war. Die Serie, die in den USA von 1965 bis 1971 lief, spielt in einem Kriegsgefangenen-Lager in Deutschland. In der Serie gibt es nicht nur die Figur des US-Obersten Hogan, sondern auch die des deutschen Wachmannes und Feldwebels Shultz, eines gutmütigen, großen Dicken, der ständig von den Amerikanern herein gelegt wird.

Schulz selbst wies indessen Berlusconis Erklärung zurück: „Berlusconi bastelt sich jeden Tag eine neue Version“, sagt er der „Bild am Sonntag“. Das ändere aber nichts an der Beleidigung. „Berlusconi sollte sich besser schleunigst beim Europaparlament entschuldigen und klarstellen, dass sich so eine Entgleisung nicht wiederholen darf.“

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