Mary Jo White
Oberste US-Börsenaufseherin tritt zurück

Eigentlich sollte Mary Jo White die SEC noch drei Jahre lang führen – doch daraus wird nichts. Zum Amtswechsel im Weißen Haus verlässt die Juristin die US-Börsenaufsicht. Nun kann Trump einen Wunschkandidaten benennen.
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WashingtonDie Chefin der US-Börsenaufsicht SEC, Mary Jo White, hat fast drei Jahre vor dem offiziellen Ende ihrer Amtszeit ihren Rücktritt angekündigt. White wolle ihren Posten im Januar zeitgleich mit dem Abtreten der Regierung von Barack Obama räumen, teilte die SEC am Montag mit. Gründe für den Amtsverzicht wurden nicht genannt.

Die 68-Jährige hatte den Job im April 2013 übernommen und sollte die Behörde eigentlich noch bis 2019 leiten. White gilt als zentrale Figur beim Bemühen der Obama-Administration, die Wall Street nach der Finanzkrise zu zügeln.

Die SEC ist unter anderem mit der Umsetzung der nach der Finanzkrise beschlossenen Finanzreform Dodd-Frank zuständig, die Banken krisenresistenter machen soll. Die Behörde ist in den vergangenen Jahren ins Kreuzfeuer harter parteipolitischer Auseinandersetzungen geraten. Derzeit sind in dem fünfköpfigen Führungsgremium zwei Sitze vakant.

White erklärte, sie sei stolz darauf, in ihren drei Amtsjahren zahlreiche Reformen und Regeln durchgesetzt zu haben, die für einen besseren Schutz der Anleger und mehr Finanzmarktstabilität gesorgt hätten. Vor ihrer Zeit als Chefin der Börsenaufsicht hatte White als Bundesstaatsanwältin in New York gegen das organisierte Verbrechen ermittelt. Auch war sie für die juristische Aufarbeitung des Anschlags auf das World Trade Center im Jahr 1993 sowie der Anschläge auf US-Botschaften in Afrika 1998 zuständig.

Es ist der erste Rücktritt einer einflussreichen politischen Persönlichkeit nach der Wahl Trumps. Durch Whites Abgang erhält der designierte Präsident Donald Trump Spielraum, den Schlüsselposten in seinem Sinne neu zu besetzen.

Trump hat bislang noch nicht klar Stellung bezogen, wie er sich die künftige Regulierung der Finanzindustrie vorstellt. Der Immobilienmilliardär Trump hatte während des Wahlkampfes angekündigt, die Spielregeln an den Börsen ändern zu wollen.

Obwohl er sich im Wahlkampf stets kritisch gegenüber der Finanzelite geäußert hat, halten Analysten es für möglich, dass er die Regelverschärfungen aus der Obama-Ära wieder aufweichen könnte. An der Börse zählten Finanzwerte nach Trumps Wahlsieg deshalb zu den großen Gewinnern.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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