Masar-i-Scharif
Angriff auf Bundeswehr-Lager in Afghanistan

Erstmals seit zwei Jahren ist das Bundeswehr-Lager im bisher ruhigen Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans beschossen worden. Der Angriff zeige, dass die Bedrohung Masar-i-Scharif erreicht habe und auch die Soldaten dort ganz offensichtlich im Visier der Aufständischen seien, so die Bundeswehr.

HB BERLIN. Das Bundeswehr-Lager im bisher ruhigen Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans ist am Samstag erstmals seit zwei Jahren beschossen worden. Bei dem Angriff mit Mörsergranaten oder Raketen sei niemand verletzt worden und auch kein Sachschaden entstanden, sagte ein Bundeswehr-Sprecher telefonisch aus Masar-i-Scharif. Ein Einschlag etwa 400 Meter südlich des Camps werde derzeit untersucht. Außerdem gebe es vermutlich zwei weitere Einschläge in der Umgebung des Lagers. Die Soldaten prüften die Abschussstelle und wer für den Beschuss verantwortlich war.

In der Vergangenheit sei das Lager erst einmal Ziel eines Angriffs gewesen, als im Sommer 2006 eine Rakete etwa zweieinhalb Kilometer vom Camp entfernt einschlug. Während es in der Region Kundus häufig Anschläge auf die Bundeswehr gibt, galt Masar-i-Scharif mit dem Hauptquartier der Bundeswehr in Afghanistan bisher als ruhig. Mitte Oktober entscheidet der Bundestag über die Verlängerung des deutschen Afghanistan-Einsatzes und die Aufstockung des Kontingents um 1000 auf bis zu 4500 Soldaten. Im Vorfeld der jährlichen Mandatsentscheidungen nehmen die Angriffe auf die Bundeswehr regelmäßig zu, weil die radikal-islamischen Taliban und andere Aufständische so die öffentliche Meinung in Deutschland beeinflussen und einen Abzug der Bundeswehr erzwingen wollen.

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