Masar-i-Sharif
Luftwaffe baut Stützpunkt in Afghanistan aus

Die sechs in Afghanistan stationierten Tornado-Flugzeuge der deutschen Luftwaffe sollen ein festes Dach über den Kopf bekommen. Um sie nicht mehr in Zelten stationieren zu müssen, bauen die Militärs zurzeit mehrere Leichtbauhallen. Währenddessen wird der Einsatz in der Heimat immer noch kritisiert.

HB BERLIN. Die Luftwaffe baut ihren Stützpunkt für die Tornado-Flüge in Afghanistan aus. Am Flughafen Masar-i-Sharif würden derzeit feste Hallen für die sechs Aufklärungsmaschinen gebaut, die bislang in Zelten untergebracht gewesen seien, bestätigte ein Luftwaffen-Sprecher am Samstag in Berlin einen Bericht des „Spiegel“. Als „Spekulation“ bezeichnete er aber die Wertung des Nachrichtenmagazins, dass dies auf einen Langzeitaufenthalt der Tornados in Afghanistan schließen lasse.

Die Aufklärungsflieger waren im April entsandt worden, vor zwei Wochen hatte der Bundestag das Mandat um ein Jahr verlängert. Eine offizielle Aussage zur voraussichtlichen Dauer des Einsatzes gebe es nicht, sagte der Sprecher. Dies hänge davon ab, wie lange die NATO die deutschen Aufklärungsdienste benötige. Bei den Bauten in Masar-i-Scharif handele es sich um Leichtbauhallen, nicht um normale Hangars. Es gehe auch darum, durch Klimatisierung die Arbeitsbedingungen für die Techniker zu verbessern.

In Deutschland gibt es derweil Streit wegen der Belastung durch den Einsatz. Dem Aufklärer-Geschwader mit Sitz im schleswig-holsteinischen Jagel werde derzeit kein frisches Personal zugeteilt, weil die Hälfte des Verbandes 2009 aufgelöst werden soll, meldete der „Spiegel“. Der Kieler SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels kritisiere dies wegen des Dauerauftrags am Hindukusch als „unverständlich“. Die Luftwaffe solle lieber eine Jagdbomber-Staffel, etwa im rheinland-pfälzischen Büchel, stilllegen.

Luftwaffen-Inspekteur Klaus-Peter Stieglitz hält jedoch dem Nachrichtenmagazin zufolge an der Absicht fest, etwa die Hälfte der gut 40 zweisitzigen Tornados in Jagel durch unbemannte Aufklärersysteme zu ersetzen. Trotz der geplanten „Transformation“ könne Jagel den Afghanistan-Einsatz problemlos bewältigen, wird Stieglitz zitiert.

Der Luftwaffen-Sprecher sagte der AP, die Umstellung erfolge „vor dem Hintergrund der Einsatzverpflichtungen“ und beeinträchtige diese nicht. Insgesamt werde international immer mehr mit unbemannten Aufklärungssystemen gearbeitet.

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