Massaker in Norwegen
Justiz prüft längere Haftstrafe für Breivik

Für 21 Jahre kann ein Terrorist in Norwegen hinter Gittern wandern. Doch das scheint vielen als Strafe für Anders Breivik zu wenig. Nun prüft die Justiz eine Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
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Oslo/London Norwegens Justiz will den Attentäter Anders Behring Breivik möglicherweise wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen. Der Rechtsradikale könnte dann zu 30 Jahren Haft verurteilt werden - statt zu maximal 21 Jahren nach dem Terrorparagrafen im Strafgesetzbuch. In Oslo kündigte die Polizei am Dienstag außerdem die Veröffentlichung von Namen der 76 Toten bei den zwei Anschlägen von Freitag an. 

Die Zeitung „Aftenposten“ berichtete, dass Polizeiankläger Christian Hatlo die Anwendung des Paragrafen 102 im Strafgesetzbuch prüft. Unter der Überschrift „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ werden dort auch „umfassende und systematische Angriffe auf eine Zivilbevölkerung“ durch Täter genannt, die eine Gruppe auf einer politischen Grundlage angreifen. 

Der inhaftierte norwegische Attentäter Breivik hatte den Bombenanschlag in Oslo und das Massaker auf der Insel Utøya mit mindestens 76 Toten damit begründet, er habe die sozialdemokratische Arbeiterpartei möglichst hart treffen wollen. Die meisten seiner Opfer waren Teenager aus einem Sommerlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF. Die Polizei kündigte an, die Namen der 76 Anschlagsopfer zu veröffentlichen. 

Die britische Polizei geht Berichten nach, dass Breivik Verbindungen zu rechtsextremen britischen Gruppen hatte. Mehrere Londoner Zeitungen nannten am Dienstag Details, denen zufolge der 32-Jährige im vergangenen Jahr unter anderem eine Demonstration der ultrarechten English Defence League (EDL) besucht haben und mit Mitgliedern der Gruppe über das Internet in Kontakt gewesen sein soll. Laut „Independent“ und „Daily Telegraph“ hatten rund 150 EDL-Mitglieder über das Internetnetzwerk Facebook Verbindungen zu Breivik. 

Am Montagabend hatten sich Hunderttausende zu Trauerfeiern versammelt. Allein in Oslo mit gut einer halben Million Einwohner schätzte die Polizei die Zahl der Teilnehmer auf 200.000.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Liebes Handelsblatt,
    wenn sie mein heute geschriebenen Kommentare nicht frei geben, werde ich auf ihren Seiten nie wieder schreiben !!!
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