Massenbewegung in GUS-Republik
Erste Erfolge für Opposition in Kirgistan

Die Protestbewegung in der zentralasiatischen Republik Kirgistan verbucht erste Erfolge: Präsident Askar Akajew kündigte am Montag eine teilweise Überprüfung der Ergebnisse der Parlamentswahl an. Zudem bot er der rebellierenden Opposition indirekt Gespräche an.

HB/law BISHKEK/DÜSSELDORF. „Das Wichtigste ist jetzt, dass sich die Menschen beruhigen“, sagte ein Sprecher des Präsidenten. Dann könnten Verhandlungen beginnen. Kirgistan ist nach Georgien und der Ukraine die dritte GUS-Republik, in der eine Massenbewegung die autokratisch regierende Führung ins Wanken bringt.

Die Opposition wirft der Regierung massiven Wahlbetrug bei den Parlamentswahlen vor gut einer Woche vor. Auch internationale Beobachter stuften die Wahl als nicht fair ein. In den vergangenen Tagen kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Allein in den Städten Osch und Dschalal-Abad forderten am Montag 17 000 Menschen Akajews Rücktritt. Aus zehn Städten werden Besetzungen von Verwaltungsgebäuden gemeldet. Der Protest konzentriert sich auf den Süden, wo vor allem die usbekische Minderheit lebt.

Akajew regiert Kirgistan, seitdem sich das bitterarme, zwischen Kasachstan und China eingeschlossene Land 1991 von der Sowjetunion löste. Seine Regierung galt zunächst als die liberalste und demokratischste der gesamten Region, doch baut Akajew seine starke Stellung seit 1998 immer weiter aus. Offizieller Grund ist die Bedrohung des Landes mit seinen fünf Millionen Einwohnern durch islamistische Extremisten. Dagegen werfen Opposition und internationale Beobachter Akajew vor, eine Familiendynastie in Politik und Wirtschaft aufzubauen.

Akajew hatte zugesagt, sich bei der kommenden Präsidentenwahl an die Verfassung zu halten und Ende 2005 nach 14 Jahren im Amt abzutreten. Die Opposition fürchtet, er könnte die Parlamentsmehrheit nutzen, um die Regeln zu ändern und doch im Amt zu bleiben. Bei der Stichwahl am 13. März hatten regierungsnahe Parteien 69 der 75 Sitze gewonnen. Akajews Sohn und eine Tochter zogen ins Parlament ein. Die US-Regierung, die das strategisch wichtige Land früher stark unterstützt hatte, äußerte massive Kritik.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%