Massenflucht aus Afrika
Ceuta und Mellila - Reste einer Kolonialmacht

Status: Die Massenflucht über Ceutas und Melillas Grenzzäune bedroht den rechtlichen Status der spanischen Exklaven. Das sagte der konservative Regierungschef von Melilla, Juan José Imbroda, in Madrid. Tatsächlich hört man in diplomatischen Kreisen Marokkos und der arabischen Liga in Madrid die Auffassung, die Massenflucht könne nur verhindert werden, wenn Ceuta und Melilla marokkanisch werden.

Imbroda glaubt, dass die Regierung in Rabat unter Driss Jettou das Immigrationsproblem als Druckmittel nutzt, um Spanien zumindest zu einer Co-Regierung in beiden Städten zu bringen. Brigitte Epuche, die für die Menschenrechtsorganisation Pro Derecho Humano vor Ort ist, glaubt, dass die Marokkaner sich eigener Probleme entledigen wollen. Sie setzten die Flüchtlinge, die teilweise in den Wäldern versteckt leben, "mit Gewalt" unter Druck, so dass ihnen nichts anderes übrig bleibe, als den Grenzzaun zu stürmen.

Bewohner: In den im Norden Marokkos gelegenen Hafenstädten leben rund 130 000 Menschen, die sich durch die Tausenden von Flüchtlingen aus Mali, dem Senegal und Mauretanien bedroht fühlen. Ceuta gehört seit 1580 zu Spanien, Melilla seit 1493. Die Spanier betreiben von dort aus intensiven Handel mit den Marokkanern, aber auch mit dem gegenüberliegenden Andalusien. Rund 40 000 Marokkaner kommen täglich zum Arbeiten oder Einkaufen per Tagesvisum in die Stadt. "Sie sind immer wieder zurückgegangen. Auf einmal haben wir dieses massive Flüchtlingsproblem und können das nur als Angriff auf unsere Sicherheit interpretieren", sagte Stadtpräsident Imbroda.

Strategische Bedeutung: Die beiden historischen Festungsstädte sind für das iberische Königreich vor allem wegen ihrer Nähe zu Spanien und dem Meer von sicherheitsstrategischer Bedeutung. Noch immer empfinden viele Spanier den arabischen Nachbarn wegen der schwierigen diplomatischen Beziehungen als Bedrohung. Daher halten sie es für unvorstellbar, die Exklaven aufzugeben. Am Mittwoch demonstrierten rund 2 000 Einwohner der beiden Städte dafür, den gegenwärtigen Status zu erhalten.scm

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