Massenprotest gegen israelische Blockade
Gazastreifen ist zu einer „Zeitbombe“ geworden

Mit einer Menschenkette haben am Montag Tausende Bewohner des Gazastreifens gegen die israelische Blockade der Region protestiert. An der friedlichen Demonstration nahmen rund 4 500 Menschen teil. Die Menschenkette solle zeigen, dass der Gazastreifen zu einer Zeitbombe geworden sei, die bei einer anhaltenden Blockade jederzeit explodieren könnte, sagte ein Hamas-Vetreter.

HB GAZA/BEIT HANUN. Viele der Demonstranten, darunter Frauen und Kinder, schwenkten Palästinenser- und Hamas-Flaggen. Die radikal-islamische Hamas kontrolliert den Küstenstreifen und hatte zu der Menschenkette aufgerufen. Rund 4 500 Menschen nahmen an der friedlichen Demonstration teil, die nach zwei Stunden zu Ende ging. Die Hamas hatte mit bis zu 50 000 Teilnehmern gerechnet. Sie führte die geringere Resonanz auf das schlechte Wetter zurück.

„Wir rufen die Liberalen der Welt auf, Gaza aus der Finsternis zu retten“, war auf einem der Protestplakate zu lesen. Die Menschenkette solle zeigen, dass der Gazastreifen zu einer Zeitbombe geworden sei, die bei einer anhaltenden Blockade jederzeit explodieren könnte, sagte ein Hamas-Vetreter. Die Organisation kündigte angesichts der geringen Teilnahme größere Demonstrationen an, um gegen die israelische Politik zu protestieren. Die Hamas wirft Israel vor, die 1,5 Millionen Bewohner des Gazastreifens gefangen zu halten.

Israel hat seine Abriegelung des Gazastreifens verschärft, seit die Hamas dort im Juni die Macht an sich riss. Die Versorgungslage in dem Gebiet zwischen Israel und dem Mittelmeer hat sich seitdem drastisch verschlechtert. Im Januar verschärfte Israel die Blockade noch und schränkte die Lieferungen von Treibstoff und anderen Gütern weiter ein. Israel begründete den Schritt mit den Raketenangriffen palästinensischer Extremisten aus dem Gazastreifen auf Ziele in Israel.

Nach der Demonstration am Montag wurde bei einem Raketenangriff auf Sderot in Südisrael ein Kind verletzt. Das teilten Rettungskräfte mit. Palästinensische Extremisten bezeichnen ihre Raketenangriffe als Reaktion auf israelische Militäreinsätze im Gazastreifen. Sie stellen ein Ende der Angriffe in Aussicht, wenn die Blockade aufgehoben wird.

Während der Demonstration versetzte Israel seine Truppen entlang der Grenze in Alarmbereitschaft und drohte, Übertritte mit allen Mitteln zu verhindern. Eine Wiederholung der Ereignisse an der Grenze zu Ägypten werde es nicht geben, sagte Vize-Verteidigungsminister Matan Wilnai. Im Januar hatten Hunderttausende Menschen tagelang ungehindert in das Nachbarland strömen können, nachdem die Hamas die Befestigungsanlagen gesprengt hatte. In Ägypten deckten sich die Palästinenser mit Lebensmitteln und anderen knappen Gütern ein.

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