Massenproteste
Militär in Myanmar verprügelt Mönche

Erstmals seit Beginn der jüngsten Massenproteste in Myanmar hat das Militär nach Berichten von Augenzeugen Mönche verprügelt und Tränengas eingesetzt. Etwa 80 Personen seien festgenommen worden, erklärten Beobachter am Mittwoch. Auch von Warnschüssen wird berichtet.

<>HB RANGUN. Sicherheitskräfte hatten zuvor die Shwegadon-Pagode in Rangun abgeriegelt, wo die Bewegung vor mehr als einer Woche ihren Anfang genommen hatte. Etwa zehn Mönchen seien geschlagen worden, als sie versuchten, die Kette der Spezialkräfte zu durchbrechen, wie Augenzeugen weiter schilderten. Die Lage sei sehr angespannt. Viele Passanten in der Nähe hätten sehr aufgebracht reagiert.

Der von einer Militärjunta regierte Staat erlebt derzeit die größte Protestbewegung gegen die Führung seit 20 Jahren. Das Militär ließ in der Nacht zum Mittwoch in Rangun Bereitschaftspolizisten und Soldaten aufmarschieren und ordnete eine nächtliche Ausgangssperre an. Zuvor waren erneut etwa 10 000 buddhistische Mönche durch die Straßen marschiert. Sie riefen „Demokratie, Demokratie“. Auslöser der Proteste war eine drastische Preiserhöhung für Benzin und Lebensmittel.

1988 hatte die Militärregierung eine pro-demokratische Bewegung blutig niedergeschlagen. Vermutlich wurden damals etwa 3 000 Menschen getötet.

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