Massive Aufrüstung
Russlands neue Streitmacht

Die Nato wirft Russland eine militärische Intervention in der Ukraine vor. Dabei geht es um mehr als einen regionalen Konflikt. Russland gilt wieder als bedrohlicher Gegner – weil Putin seine Armee gezielt aufrüstet.
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DüsseldorfDie Nato zieht wieder in den „Kalten Krieg“. Auf dem Gipfeltreffen am Donnerstag in Wales wird sich das westliche Militärbündnis mit dem neuen alten Gegenspieler befassen: Russland. Bereits im Vorfeld haben führende Vertreter der Nato deutlich gemacht, dass sie die militärische Einmischung in der Ostukraine nicht hinnehmen wollen. Dabei geht es um mehr als einen regionalen Konflikt. Russland wird wieder als Militärmacht ernst genommen – erstmals seit dem Ende der Sowjetunion.

„Wir haben eine bemerkenswerte Veränderung in der Herangehensweise und den Kapazitäten der russischen Streitkräfte seit dem Georgien-Krieg gesehen“, erklärte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen vor wenigen Tagen gegenüber Journalisten. Russland sei inzwischen in der Lage, blitzartig aus einem Manöver heraus einen Angriff zu starten.

Das Umdenken begann mit einer Blamage: Im „Kaukasuskrieg“ im Jahr 2008 war es der russischen Armee zwar gelungen, bis in das georgische Kernland vorzudringen und dieses zu besetzen. Dennoch offenbarten die Kämpfe im Nachbarland eklatante Schwächen. Die aus Sowjetzeiten stammende Ausrüstung war größtenteils veraltet. Panzer blieben unterwegs liegen. Die Abstimmung zwischen verschiedenen Truppenteilen verlief chaotisch. Weil die Funkverbindung oftmals versagte, mussten Offiziere ihre eigenen Handys benutzen, um die Kommandoposten zu kontaktieren.

Wladimir Putin, damals Ministerpräsident, zog daraus seine Schlüsse: Wenn Russland seinen Anspruch als Großmacht  wiedergewinnen wollte, musste es seine Armee komplett umbauen. Aus der Massenarmee sollte eine spezialisierte Einsatzarmee werden, die schnell auf regionale Konflikte reagieren sowie in asymmetrische Kriege, wie etwa den Antiterrorkampf, eingreifen kann.

Kommentare zu " Massive Aufrüstung: Russlands neue Streitmacht"

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  • Nachdem so viele von den Geheimdienstleuten der Russen in der Ostukraine schreiben, sollte man auch mal über die Geheimdienste der USA/England nachdenken, von denen schon genug in der Maidan-Zeit im Lande waren !!
    Aber das sind ja die "Guten"

  • @ Thomas Podgacki

    Schön, dass ich zur Aufklärung von Glaubwürdigkeitsillusionen beitragen durfte.

  • @Drittes Auge

    Hinzukommt, dass der Donbass-Typ eben nicht zugegegeben hat, dass er von regulären Truppen unterstützt wird, wie es die Westpresse darstellt. Da gibt es Freiwillige und vermutlich auch Geheimdienstler aber es ist vermutlich nicht viel mehr Unterstützung als die Amerikaner ihren Kiewer Marionetten in diesem Stellvertreterkrieg gewähren


    Na dann vermuten Sie mal schön weiter.

    Schönen Tag noch.

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