Massive Kritik
Griechen nutzen EU-Flüchtlingsgelder anderweitig

90 Prozent der illegalen Einwanderer gelangen über Griechenland in die EU. Um die Situation für die Flüchtlinge zu verbessern, erhält das Land Hilfsgelder. Doch Griechenland nutzte die Zahlungen offenbar anderweitig.
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WienDie EU-Grundrechteagentur FRA wirft Griechenland vor, EU-Hilfsgelder zur Verbesserung der Flüchtlingssituation nicht entsprechend verwendet zu haben. In einem Bericht der Agentur, der am Dienstag in Wien veröffentlicht wurde, heißt es, die EU habe zuletzt im Dezember 2010 zusätzliche 9,8 Millionen Euro als Soforthilfe bereitgestellt: "Die FRA fand (...) keinen Beweis, dass die Ressourcen zur Verbesserung der Situation an der Grenze eingesetzt wurden." FRA-Direktor Morten Kjaerum bezeichnete die Situation an der EU-Außengrenze zwischen Griechenland und der Türkei als "Notfall in Sachen Menschenrechte".

Bereits in den Jahren 2008 und 2009 habe die Europäische Kommission zunächst die Summe von 2,2 und dann 4,9 Millionen Euro als Notfallhilfe bereitgestellt, um die Aufnahmekapazitäten zu verbessern, heißt es in dem Bericht. "Es gibt keinen Beweis für einen umfassenden Notfallplan, um die Bedingungen in den Aufnahmezentren zu verbessern, obwohl dafür EU-Gelder zur Verfügung stehen", heißt es in dem Bericht.

Im vergangenen Jahr sind 90 Prozent der illegalen Einwanderer in die Europäische Union über die griechischen Land- und Seegrenzen in die EU gelangt. Die meisten Menschen kommen dabei aus Albanien und Afghanistan. In dem Bericht beschreibt die Grundrechteagentur massiv überfüllte Flüchtlingszentren in der Region Evros im Osten des Landes nahe der türkischen Grenze. In einem Zentrum beobachteten Mitarbeiter der Agentur im Januar 144 Menschen in einem Raum von rund 110 Quadratmetern.

Viele Flüchtlinge wüssten nicht, warum sie in den Zentren festgehalten würden. "Es gibt keine unabhängige soziale und juristische Beratung", bemängelt der Bericht. Auch besonders schutzbedürftige Flüchtlinge wie Kinder, Schwangere oder Opfer von Gewalt würden nicht in geeigneter Weise untergebracht, sondern lebten unter unmenschlichen Bedingungen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • - "..Das die Griechen Lügner und Betrüger sind, ist aus der EU-Geschichte ja hinreichend bekannt"
    und zwar belegt durch Beweise und Verallgemeinerungen wie die im Artikel und Deine Äußerungen!

    - genauso könnte man behaupten alle Sozialempfänger in Deutschland sind Betrüger, da manche von ihnen auf Mallorca ihren Ranzen bräunen lassen, auf Kosten des Staates, folglich uns Steuerzahler, gell?

    - wer Reue zeigt muss nicht andauernd an seine vergangenen Sünden errinert werden.

    - Du beleidigst ein ganzes Volk und fühlst Dich dann nur "persönlich beleidigt", wenn man Dich rügt?

    Schon mal den Begriff Volksverhetung gehört? Oberlooser!

  • Das die Griechen Lügner und Betrüger sind, ist aus der EU-Geschichte ja hinreichend bekannt. Da ist jeder Kommentar überflüssig...
    Im Übrigen gehen nur "Verlierer" zu persönlichen Beleidigungen über...

  • - "Die FRA fand (...) keinen Beweis, dass die Ressourcen..."
    wo ist der Beweis, dass das Geld anderweitig genutzt wurde??
    - "9,8 Millionen Euro als Soforthilfe bereitgestellt"
    - "90 Prozent der illegalen Einwanderer in die Europäische Union über die griechischen Land- und Seegrenzen"

    ca.130.000 Flüchtinge allein im Jahr 2010 und diese muss Griechenland laut Dublin-Abkommen allein bewältigen.
    geschätzte über 1.5Mio illegale Einwanderer/Flüchtlinge leben heutzutage in Griechenland.
    Vielleicht sollten wir sie allen legalisieren, mit Ausweisen austatten und ihnen den Weg nach Europa zeigen.

    was haltet ihr davon petra, Bekloppter & oeflingen??
    also, maul zu, augen auf und Gehirn einschalten, obwohl ich bezweifle dass ihr welches übrig habt...

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