Massive Polizeipräsenz in der britischen Hauptstadt
El Kaida droht mit weiteren Anschlägen

Die Extremistengruppe Al-Kaida hat mit neuen Anschlägen in London gedroht.

HB LONDON. Die Nummer Zwei innerhalb der Terrorgruppe El Kaida, Aiman al-Sauahri, warnte die Briten in einem von dem arabischen Sender Al Dschasira am Donnerstag ausgestrahlten Video, die Politik von Premierminister Tony Blair werde Konsequenzen haben. „Blair hat euch Zerstörung in der Innenstadt von London gebracht, und er wird mehr davon bringen, so Gott will“, sagte er. „Unsere Botschaft ist klar und abschließend: Es wird keine Erlösung geben, bis Ihr von unserem Land abzieht und aufhört, uns unser Öl und andere Ressourcen zu stehlen sowie ungläubige Herrscher zu unterstützen“, sagte der Stellvertreter des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden.

Bereits heute hat London nach den beiden Bombenanschlägen seine Polizeipräsenz massiv verstärkt. Rund 6000 bewaffnete Polizisten sind Medienberichten zufolge in U-Bahnstationen und anderen gefährdeten Orten im Einsatz, um Terroristen an neuen Attentaten zu hindern. Gleichzeitig verzeichnen die Behörden hunderte Übergriffe gegen Muslime.

Auch Beamte in Zivil würden in U-Bahnen und Bussen nach potenziellen Attentätern Ausschau halten, berichtet der Sender BBC. Selbst pensionierte Polizisten würden zur Verhinderung möglicher Terroranschläge eingesetzt.

Die deutliche Aufstockung der Beamtenzahl soll den Londonern ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, nachdem islamistische Terroristen zwei Mal einen Donnerstag für ihre Anschläge gewählt hatten. Am 7. Juli wurden 52 Menschen bei Selbstmordattentaten getötet, und am 21. Juli scheiterten vier weitere Anschläge auf U-Bahnhöfe und einen Bus.

Unterdessen nahm die Picadilly-Linie der Londoner U-Bahn am Donnerstag erstmals seit den Anschlägen vom 7. Juli den Betrieb wieder auf. Seit den Terroranschlägen im vergangenen Monat ist die Zahl der U-Bahn-Passagiere in London um bis zu 30 Prozent zurückgegangen. Den stärksten Rückgang gebe es an den Wochenenden, so die BBC unter Berufung auf den Betreiber London Transport.

Die angespannte Lage wirkt sich immer mehr auf das Zusammenleben der Menschen in der Hauptstadt aus. Die Zahl der Angriffe gegen Muslime sind seit den Anschlägen um 600 Prozent gestiegen, berichten britische Medien unter Berufung auf Scotland Yard. Seit den den Selbstmordattentaten vom 7. Juli habe es 269 Fälle von Beleidigungen, Körperverletzung oder Beschädigungen von Moscheen in London gegeben. Im selben Zeitraum des Vorjahres gab es nach den Angaben nur 40 solcher Vorfälle.

Allein in den ersten drei Tagen nach den Anschlägen gegen drei U- Bahnen und einen Bus, bei denen 56 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt worden waren, habe es 68 „religiös motivierte Hassdelikte“ gegeben. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass solche gegen die muslimische Gemeinschaft gerichteten Vorfälle zugenommen haben“, sagte Tarique Ghaffur von Scotland Yard. Dies könne dazu führen, dass sich die Muslime in einer Zeit „komplett in ihr Schneckenhaus zurückziehen“, wenn man ihre Unterstützung brauche.

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