Massive Proteste in Chicago
Donald Trump muss Veranstaltung absagen

Er hat die unverhohlene Aggressivität gegen seine Gegner in den Wahlkampf gebracht und das Land gespalten. Jetzt kommt die Wut zu Donald Trump zurück.

New York Nach massiven Protesten hat der umstrittene republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump am Freitag eine geplante Wahlkampfveranstaltung in Chicago absagen müssen. TV-Sender in den USA zeigten gegen 19.00 Uhr New Yorker Zeit Bilder von einer großen Menschenmenge, die sich vor dem Veranstaltungsgebäude versammelt hatten. Dazu kamen viele Menschen, die Trump sehen wollten. Sie wurden nicht mehr in die Halle gelassen wurden, die bis zu 10.000 Menschen fasst.

Trump war nach Angaben des Senders Fox News noch nicht in der Halle, sondern in seinem Hotel, als auch die Unruhe unter den hunderten Trump-Gegnern aufschaukelte. Sein Wahlkampfteam veröffentlichte folgende Stellungnahme:
"Herr Trump ist gerade angekommen und die Polizei hat angeordnet, dass die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen verschoben wird." Die Polizei versuchte die Halle geordnet zu räumen und Konfrontationen von Demonstranten und Trump-Fans zu verhindern.

Die Stimmung ist gereizt, seit ein Video einer anderen Veranstaltung im Internet kursiert, in dem ein Trump-Sympathisant auf einen wehrlosen Demonstranten einschlägt, als der von Sicherheitskräften aus dem Saal begleitet wird.

Später sagte der Schläger, es sei gerechtfertigt gewesen und beim nächsten mal müsse man ihn "vielleicht umbringen". Der Mann ist mittlerweile verhaftet und muss vor Gericht erscheinen.

Trump selbst hat mehrfach in Veranstaltungen unter lautem Jubel seiner Fans erwähnt, er vermisse die Zeiten, als man Demonstranten noch "auf der Krankentrage rausgetragen" habe. Wer jemanden sehe, der sich fertigmache eine Tomate zu werfen, solle ihn "zusammenschlagen" und er werde die Anwaltskosten bezahlen.

Nun fürchtet die Polizei beide Seiten könnten die Konfrontation suchen. Als die Absage des Trump-Auftritts bekannt wurde, zeigten TV-Bilder Jubel innerhalb und außerhalb des University of Illinois at Chicago Pavillon. Bis etwa 20.00 Uhr (2 Uhr morgens deutscher Zeit) war nur von vereinzelten Raufereien berichtet, die die Polizei schnell beenden konnte. Trotzdem könnte es zu einer langen Nacht in Chicago kommen.

Erste Kommentare von beiden Seiten des politischen Spektrums zeigten sich in Stellungnahmen entsetzt und wiesen meist darauf hin, dass es ein erschreckendes Beispiel für die aktuelle Lage sei. Trotz aller Konfrontation sei die Redefreiheit in den USA ein hohes Gut.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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