Maßnahme gegen Raketenbeschuss
Israel beginnt „Operation Blauer Himmel“

Israel hat am Mittwoch mit der „Operation Blauer Himmel“ zur Unterbindung palästinensischer Raketenangriffe aus dem Gazastreifen begonnen. Israel warnte die palästinensischen Sicherheitskräfte, dass jeder, der nach 18.00 Uhr die etwa vier Kilometer tiefe „Sicherheitszone“ im nördlichen Gazastreifen betrete, sein Leben aufs Spiel setze.

HB TEL AVIV. Unmittelbar nach Ablauf einer Frist zur Einrichtung einer Pufferzone im Gazastreifen hat die israelische Armee mit der Durchsetzung der Anordnung begonnen. Israelische Panzer bezogen Stellung an der Grenze, und die Artillerie beschoss Ziele in der von Israel neu definierten Sicherheitszone. Mit der „Operation Blauer Himmel“ will Israel palästinensische Raketenangriffe aus dem Gazastreifen stoppen. Unterdessen entführten bewaffnete Palästinenser im Gazastreifen drei Briten.

In der Nacht hatte die Luftwaffe Flugblätter abgeworfen und die Bewohner zum Verlassen des Gebiets aufgerufen. Die „Sicherheitszone“ umschließt die Ruinen von drei von Israel geräumten Siedlungen in Grenznähe sowie ein Gebiet östlich davon. Ein Armeesprecher betonte, palästinensische Ortschaften seien nicht betroffen.

Seit dem israelischen Abzug aus dem Gazastreifen im September haben Extremisten nach israelischen Angaben mehr als 200 Kleinraketen auf das israelische Grenzgebiet geschossen. Aus dem geräumten Gebiet könnten inzwischen auch Kassam-Raketen auf die israelische Küstenstadt Aschkelon gefeuert werden. Die Armee plant nun im Rahmen der Militäroperation, im Falle neuer Angriffe das Niemandsland von der Grenze aus mit massivem Artilleriefeuer zu belegen und aus der Luft anzugreifen.

Am frühen Morgen griffen israelische Kampfflugzeuge ein Ausbildungscamp für militante Palästinenser in Libanon an. Der Luftangriff kam nur wenige Stunden nachdem von Südlibanon aus Katjuscha-Raketen auf Nord-Israel abgefeuert worden waren. Bei den verschleppten Briten handelt es sich nach Angaben der Palästinenserpolizei um eine Frau, die für die Menschenrechtsorganisation Al-Misan arbeitet, und ihre Eltern. Zu der Entführung bekannte sich eine Gruppe mit den Namen „Schwarze Panther“, die Verbindungen zur regierenden Fatah-Bewegung haben soll.

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