Maßnahme gegen Währungsverfall
Ungarn verteidigt Forint mit hohem Einsatz

Ungarns Notenbank stemmt sich mit einer drastischen Maßnahme gegen die Kapitalflucht aus dem Land. Um die eigene Landeswährung Forint zu stützen, erhöhten die nationalen Währungshüter den Leitzins um 300 Basispunkte auf 11,5 Prozent.

WIEN. Mit einem harten Zinsschnitt hat die ungarische Zentralbank am Mittwoch die Finanzmärkte überrascht. Der Leitzins steigt mit sofortiger Wirkung um drei auf 11,5 Prozent, dem höchsten Stand seit Mitte 2004, teilte die Notenbank in Budapest mit. Nationalbank-Chef András Simór reagiert damit auf den unverändert starken Abwertungsdruck auf die ungarische Landeswährung Forint. Am Montag hatte sich der Zentralbankrat auf seiner Sitzung in Budapest noch gegen eine Zinserhöhung ausgesprochen.

"Der Druck auf den Forint ist an den vergangenen Tagen noch einmal zusätzlich gestiegen", sagte Juraj Kotian, Osteuropa-Experte der Ersten Bank in Wien, zu dem hohen Zinsschritt der ungarischen Notenbank. Besonders am Dienstag habe der Forint gegenüber dem Euro noch einmal deutlich nachgegeben. Der Nationalbank in Budapest sei letztlich überhaupt nichts anderes übrig geblieben, als mit diesem massiven Zinsschritt auf den hohen Abwertungsdruck des Forint zu reagieren. Geldanlagen in Ungarn aus dem Ausland sollen mit Hilfe des erhöhten Zinssatzes attraktiver werden und so die Nachfrage nach Forint erhöhen.

Nach der Zinsentscheidung bewegte sich der Forint zunächst in die von der Zentralbank erhoffte Richtung:

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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