Maybrit Illner
Gehört Russland kulturell zu Europa?

Eigentlich wollte Maybrit Illner mit Kanzleramtchefs Peter Altmaier über den BND-NSA-Skandal diskutieren. Stattdessen wurde vor allem über den Jahrestag des Kriegsendes getalkt - mit einer steilen These.
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BerlinAls Bundesumweltminister hatte sich der CDU-Politiker Peter Altmaier oft und gerne öffentlich geäußert. Er saß in vielen Talkshows, auch zu Themen, die nicht direkt in sein Ressort fielen, und avanvierte zum Power-Twitterer mit 10.000en Followern. Seit Ende 2013 ist er Chef des Bundeskanzleramtes, twittert eher selten (etwa, wenn er als „Botschafter des Bieres“ geehrt wurde) und ist öffentlich deutlich weniger präsent. Das kann natürlich kein Vorwurf sein. Schließlich ist er in seiner aktuellen Funktion auch für die Koordination der Geheimdienste zuständig, also zu Verschwiegenheit verpflichtet.

Umso spannender hätte es werden können, als Altmaier am Donnerstagabend in Maybrit Illners Talkshow zum Thema „Kalter Krieg der Siegermächte – Deutschland zwischen den Fronten?“ saß. Wurde es in dieser Hinsicht aber nicht.

Um die in den letzten Tagen viel diskutierten neuen Facetten der schon seit Edward Snowdens Enthüllungen 2013 publik gewordenen Geheimdienst-Verwicklungen zwischen der NSA und dem BND ging es in Illners Sendung nur in der letzten Viertelstunde.

Da äußerte Altmaier im Brustton der Überzeugung, den er schon von der Statur her gut verkörpern kann, „dass wir wissen, was uns die deutsch-amerikanische Freundschaft wert ist und trotzdem selbstbewusst unsere Interessen und Positionen vertreten“. So werde die Bundesregierung künftig handeln, habe es bisher aber auch schon getan. Die aktuelle Vorwürfe, der BND könne den Amerikanern beim Ausspionieren europäischer Politiker und sogar deutscher Unternehmen geholfen haben, seien erst Anfang März bekannt geworden. Nun werde „alles Erforderliche getan, um die Aufklärung voranzutreiben“.

Brisanter ging es zu dem Thema in der Talkshow nicht zu. Wer mochte, konnte aus Altmaiers Auskunft, die Bundesregierung werde in der Frage, ob sie die NSA-Selektoren dem Kontrollgremium des Bundestags zugänglich macht, die Entscheidung der US-Regierung abwarten und dann selbst entscheiden, heraushören, dass sich im (zu erwartenden) Fall einer Ablehnung ein Dilemma zwischen völkerrechtlichen und verfassungsrechtlichen Proritäten ergeben könnte.

Aber das blieb eine Andeutung, bei der niemand nachhakte. Ganz am Schluss prophezeite Altmaier der amtierenden Bundesregierung, die schon anderthalb Jahre „sehr gut gearbeitet“ habe, wie man ja an den Wirtschaftszahlen sähe, so überzeugend noch mindestens anderthalb weitere Jahre, dass er manche Befürchtungen (oder Hoffnungen), die Große Koalition könnte zerbrechen, tatsächlich widerlegt haben dürfte. Seine Aufgabe, das Vertrauen in die Bundesregierung und ganz besonders in die Bundeskanzlerin zu stärken, hat der Chef des Bundeskanzleramtes jedenfalls erfüllt.

Weniger gut ihre Aufgabe erfüllt hat die Talkshow selbst, die sich aber immerhin an einem ambitionierten bis abenteuerlichen Spagat versuchte. Gut Dreiviertel der Sendezeit wurde, bevor es um die deutsch-amerikanische Freundschaft ging, über Russland diskutiert. Anlass war natürlich der heutige 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Dass Bundeskanzlerin Merkel nicht an der Siegesparade am 9. Mai in Moskau teilnimmt, könnte ein diskussionswertes Problem darstellen - wenn sie nicht am Tag danach am Grab des Unbekannten Soldaten in Moskau einen Kranz niederlegen würde.

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„Russophobe Sicht“

Kommentare zu " Maybrit Illner: Gehört Russland kulturell zu Europa?"

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  • Unsere Verräter sitzen in Berlin und unser Feind in Amerika. Das merken immer mehr Menschen und diese Menschen lassen sich nicht mehr belügen.
    Maybrit Illner-Anne Will und wie sie alle heißen machen dicke Kohle da sie meißt auch als Produzenten der Sendungen auftreten.
    Die Gäste kommen meißt umsonst, vor allem der vom Spiegel, denen laufen die Leser in großer Menge weg.
    Die Lügenpresse und das Staatspropagandafernsehen hat ausgedient, aber wir werden ohne diese sehr gut klarkommen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Danke, liebe Vor-Kommentatoren. Der Herr Spiegel Chefredakteur ist m.E. der absolute V.....
    GAR keine Ahnung von europäischer Geschichte. Seine Bildung dürfte von McDonalds und der Muppet-Show stammen.

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