Mays Rede stößt auf Widerstand EU weist britischen Brexit-Plan scharf zurück

Neuer Streit über den Brexit: Die EU ist empört über die Vorstellungen der britischen Regierung – May erwarte zu viele Privilegien.
Update: 07.03.2018 - 14:52 Uhr 13 Kommentare
Brexit: EU weist britischen Plan scharf zurück Quelle: AFP
Donald Tusk und Theresa May

Der Ratspräsident der EU greift die Vorstellungen der britischen Regierung an.

(Foto: AFP)


Die EU hat die britischen Vorstellungen zum Brexit scharf kritisiert. In den neuen Leitlinien der Union warnt Ratspräsident Donald Tusk die britische Premierministerin Theresa May vor den „negativen ökonomischen Konsequenzen“ ihres Handelns, berichtet die „Financial Times“. Die EU habe den Briten mehrfach klar gemacht, dass die neue Partnerschaft deutlich limitierter als eine EU-Mitgliedschaft sein werde. Das Verlassen der Zollunion führe unweigerlich zu Spannungen zwischen EU-27 und Großbritannien, heißt es in den Leitlinien.

Zudem werde der Brexit den Handel zwischen der EU und Großbritannien nicht leichter oder reibungsloser machen, sagte Tusk. „Er wird ihn für jeden von uns komplizierter und teurer machen als heute.“

Auch der „Guardian“ berichtet unter Berufung auf ein EU-Dokument, dass die EU-Kommission der Premierministerin „doppeltes Rosinenpicken“ vorwerfe. Sie suche sich die besten Teile aus einer EU-Mitgliedschaft und Handelsabkommen aus, so der Vorwurf. EU-Diplomaten bestätigten der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit des Dokuments, betonten aber, es handle sich um eine „frühe Analyse“, die noch weiterentwickelt werde.

Die Rede Mays hat dem EU-Papier zufolge einen „Wandel im Ton“, aber keinen „Wandel in der Substanz“ gebracht. Alle roten Linien blieben bestehen. In der Frage, wie Zollkontrollen zwischen der EU und Großbritannien künftig verhindert werden können, scheine es „null Fortschritt“ zu geben, so die EU-Analyse.

In der schwierigen Frage, wie Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindert werden sollen, gebe es weiterhin „keine Lösung“. Die Autoren kommen zu dem Schluss, Mays Rede sei mehr darauf ausgerichtet gewesen, die internen Streitigkeiten in Großbritannien über den Brexit-Kurs beizulegen, als die Verhandlungen mit Brüssel voranzubringen.

Für May, die möglichst schnell Fortschritte bei den Brexit-Gesprächen mit der EU erreichen will, sind das keine guten Neuigkeiten. Noch am Mittwoch wollte EU-Ratspräsident Donald Tusk seinen eigenen Entwurf für Verhandlungsleitlinien vorlegen.

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13 Kommentare zu "Mays Rede stößt auf Widerstand: EU weist britischen Brexit-Plan scharf zurück"

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  • Die EU muss von jedem ihrer Mitglieder - und somit auch noch von GB - ausgepresst werden bis zum geht nicht mehr. Deutschland zahlt dann.
    Das war immer schon so. Warum ausgerechnet jetzt etwas daran ändern?
    May hat Recht, die EU wird verlieren.

  • """"" die EU-Kommission der Premierministerin „doppeltes Rosinenpicken“ vorwerfe. Sie suche sich die besten Teile aus einer EU-Mitgliedschaft und Handelsabkommen aus """""

    Ja und ? Man nenne mir die Länder in der EU die das nicht möglichst genau so handhaben !?
    Gäbe es bei der EU nichts zu holen..... selbige wäre meiner Meinung nach schon zu "Staub" zerfallen.

  • Liebe Frau May, die EU hat so viele Baustellen, jeden Tag eine neue, bleiben Sie hart. Es wird schon. Denken Sie an Italien.

  • Deshalb verlassen die Briten die EU

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Die Engländer sollten es einfach auf einen No Deal Brexit ankommen lassen. Die EU will die jetzt eh nur bestrafen und ein abschreckendes Beispiel setzen, da kommt nichts dabei raus unter dieser Prämisse zu verhandeln. Wenn in ein paar Jahren Euro, europäische Wirtschaft und Privathaushalte crashen, ist ein weitmöglichster Abstand von der EU nur besser.

  • Stimmt ja, die Inselbewohner haben NIX an Wirtschaft und somit auch NIX, was sie verkaufen könnten. Oh, das wird geil, wenn auch noch die CITY Banken auswandern müssen, weil die EU mit Klein-England Banken keine Geschäfte erlauben wird.

    Aber man sagt ja, dass dort viele Migranten leben, evtl. kann man denen Handel betreiben, wäre ja denkbar.

    Und mit Russland / den Rohstoffen können die Inselbewohner auch nix anfangen, denn sie haben keine verarbeitende Industrie. Man sagt ja, dass man die Engländer nur noch als Söldner gebrauchen kann. Aber bitte wo denn, wo Obama nicht mehr da ist?

  • Das UK hat
    1. den Commonwealth als Alternative
    2. ein auf der Magna Charta basierendes Rechtssystem, das EIGENTUMSRECHTE schützt (im Gegensatz zur sozialistischen Sowestunion)

    Die EU hat
    1. Ärger mit den USA
    2. Aversionen gegen die pösen, pösen Russen (die aber die Rohstoffe haben)
    3. Bürokratiewahnsinn, Steuerwahnsinn, Regulierungswahnsinn, Migrantenwahnsinn, Merkelwahnsinn, Political-Correctness-Wahnsinn, PIGS-Schulden-Wahnsinn

    -> Die Briten rudern in die Sonne der wirtschaftlichen Freiheit, die EU-Titanic dagegen geht unter:
    https://grrrgraphics.wordpress.com/2016/06/11/abandon-ship-brexit-great-britains-escape-ben-garrison-cartoon/

  • Wann zahlt Frau May endlich die 60 Milliarden Schulden die Sie seit über 2 Jahren der Eu schuldet- ihr rumgeeiere ist mittlerweile uneträglich wie der gesamte Brexit-
    weitere Länder werden ebenfalls aus der EU aussteigen dank der aktuellen Politik einer Frau Merkel und eines Gabriel- das war es dann mit der EU- übrigens Durchschnittseinkommen in Slowenien beträgt 500 Euro im Monat ! und nicht in der Woche- noch Fragen? Erst denken dann handeln!

  • Hallo Carlos, ich würde noch Kursiv und Fett bei Ihrer Schrift probieren.
    Das gibt ihrem Kommentar dann den richtigen Rahmen.
    Welch eine Wucht in ihrer Argumentation.

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