Mazedonien schließt Grenze
Rund 5000 Migranten in Nordgriechenland gestrandet

Weil Mazedonien nur noch Syrer und Iraker durch seine Grenze lässt, sitzen Tausende Flüchtlinge in Nordgriechenland fest. Griechische Politiker klagen über mangelnde Unterstützung – und schimpfen auf Osteuropa.

AthenTausende Flüchtlinge sind am Montag im Norden Griechenlands gestrandet, weil das benachbarte Mazedonien die Einreisebedingungen verschärft hat. Nach offiziellen griechischen Angaben stockt der Flüchtlingsstrom an der Grenze, seit die mazedonischen Behörden von den Flüchtlingen zusätzliche Identifizierungen verlangen. Zuvor hatten die griechischen Registrierungspapiere ausgereicht. Rund 5000 Menschen warteten an zwei Stellen im Norden Griechenlands. Hilfsorganisationen versuchen zudem, weitere 4000 Flüchtlinge, die von den griechischen Inseln aus auf dem Festland angekommen sind, von einer Weiterreise in den Norden des Landes zunächst abzuhalten. „Unsere größte Befürchtung ist, dass sich die 4000 Migranten, die gegenwärtig in Athen sind, dorthin auf den Weg machen“, sagte Antonis Rigas von der Organisation Ärzte ohne Grenzen.

Die Balkanstaaten haben damit begonnen, die Wege nach Mittel- und Nordeuropa nur noch für Flüchtlinge aus Syrien und Irak freizugeben. Mazedonien errichtete einen Metallzaun mit Stacheldraht an den wichtigsten Grenzübergängen. In Slowenien berät das Parlament über den Einsatz der Armee zur Unterstützung der Grenzpolizei.

Ungarn riegelte seine gesamte Grenze nach Serbien und Kroatien mit einem Zaun ab. Migranten versuchen aber immer wieder, trotz zahlreicher Polizeipatrouillen den Zaun zu zerschneiden und dort durchzukommen.

Der griechische Minister für Migration, Yannis Mouzalas, warf den Nachbarstaaten vor, sich ihrer Verantwortung in der Flüchtlingskrise zu entziehen. Tschechien, Polen, Ungarn und die Slowakei hätten nicht nur keinen einzigen Flüchtling aufgenommen, „sie haben auch nicht eine Decke oder ein Zelt geschickt“, sagte er. Sie hätten auch keinen einzigen Polizisten zur Verstärkung der EU-Grenzeinheit Frontex entsandt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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