Mazedonien
Tausende fordern Rücktritt von Ivanov

Tausende Mazedonier zogen erneut für den Rücktritt von Präsident Ivanov und gegen vorgezogene Wahlen auf die Straße. Über die Unterredung von EU-Botschafter mit dem Staatschef gab es zunächst keine Informationen.

SkopjeIn Skopje haben Dienstagabend erneut tausende Menschen für einen Rücktritt des mazedonischen Staatschefs Gjorge Ivanov und eine Verschiebung der vorgezogenen Parlamentswahl demonstriert. Sie hielten Plakate mit Aufschriften wie "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden" oder "Tritt zurück, Ivanov" hoch. Auch in anderen Städten Mazedoniens fanden Demonstrationen statt. Es war der achte Tag in Folge mit Protesten gegen Ivanov.

Die Demonstranten sind auch gegen eine Amnestie für Verbündete des Präsidenten und den aktuellen Wahltermin Anfang Juni. Die vorgezogenen Wahlen hatten ursprünglich bereits im Februar stattfinden sollen, dann wurden sie zunächst auf den 24. April verschoben und im Februar schließlich erneut auf den 5. Juni vertagt.

Die größte Oppositionspartei, die sozialdemokratische SDSM, lehnt den Wahltermin ab. Sie wirft der Regierung gefälschte Wählerlisten vor und einen allzu großen Einfluss auf die Medien. Die vorgezogenen Wahlen sind Teil einer Vereinbarung Mazedoniens mit der EU, um die politische Krise im Land zu beenden.

Am Dienstag trafen die EU-Botschafter mit Ivanov zusammen. Angaben zum Inhalt des Gesprächs wurden nicht gemacht. Die EU hat alle Beteiligten für Freitag nach Wien eingeladen, um eine Lösung zu finden.

Der kleine Balkanstaat Mazedonien mit seinen 2,1 Millionen Einwohnern steckt seit der Wahl im Jahr 2014 in einer politischen Krise. Damals gewann die konservative Partei VMRO-DPMNE. Die SDSM klagte über Wahlfälschung und boykottierte das Parlament.

Im vergangenen Jahr weitete sich die Krise noch aus, als die SDSM dem damaligen Regierungschef Nikola Gruevski vorwarf, 20.000 Menschen seien abgehört worden, darunter Politiker und Journalisten. Anfang dieses Jahres trat Gruevski zurück, der Verbündete des Präsidenten gilt aber noch immer als der starke Mann des Landes. Experten zufolge dürfte er maßgeblich von der Amnestie profitieren, die Ivanov vor einer Woche verkündet hatte.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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