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04.07.2008 
Befreiung von Betancourt

McCain kann sich über gute PR freuen

von Markus Ziener

Da wirbt der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain in Kolumbien gerade noch für seine Außenpolitik - und im nächsten Moment befindet er sich mittendrin in der Rettungsaktion für Ingrid Betancourt und 14 andere Geiseln der Farc-Rebellen. War es wirklich reiner Zufall, dass McCains Reise und die Befreiung zeitlich zusammenfielen?

John McCain (l.) und der kolumbianische Außenminister Fernando Araujo: War die Beteilung des US-Präsidentschaftskandidaten an der Befreiung von 15 Farc-Geiseln Zufall oder geplant? Foto: ReutersLupe

John McCain (l.) und der kolumbianische Außenminister Fernando Araujo: War die Beteilung des US-Präsidentschaftskandidaten an der Befreiung von 15 Farc-Geiseln Zufall oder geplant? Foto: Reuters

WASHINGTON. Wie ein ranghohes US-Regierungsmitglied wird John McCain von dem kolumbianischen Präsident Alvaro Uribe während seines Aufenthalts behandelt. Bereits Stunden vor der Rettungsaktion erhält der US-Präsidentschaftskandidat von Uribe und dessen Team ein Briefing über die geplante Befreiungsoperation.

Als er durch Cartagena tourte, sprach er zwar darüber, wie er als US-Präsident die Geiseln befreien würde. Denn unter den 15 Freigelassenen waren auch drei Amerikaner, die für das US-Militär gearbeitet hatten, als sie der Farc in die Hände fielen. Doch da wusste er längst, dass eben diese Befreiungsaktion längst ins Rollen gekommen war. Staatsmännisch gratulierte McCain Präsident Uribe und dem kolumbianischen Volk zur geglückten Rettungsaktion – und erinnerte dabei auch an all die anderen Geiseln, die noch immer von den Rebellen festgehalten werden.

Doch war es wirklich reiner Zufall, dass McCains Reise und die Befreiung zeitlich zusammenfielen? Der Republikaner selbst sagte, er habe nichts von den Aktionen der Regierung gewusst, als er seinen Besuch in Kolumbien plante. Der Senator hatte sich auf den Weg nach Mittel- und Südamerika gemacht, um vor allem über seine beiden Kernthemen zu sprechen: Freihandel und Immigration. Im Gegensatz zu seinem demokratischen Kontrahenten Barack Obama unterstützt McCain das bereits ausgehandelte, aber noch nicht beschlossene Freihandelsabkommen mit Kolumbien. Doch reicht dies aus, damit McCain eine privilegierte Behandlung durch den kolumbianischen Staatschef erfährt?

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