Medienbericht
Bund will mehr Soldaten aus Afghanistan holen

Die Bundesregierung plant für 2013 einen stärkeren Truppenabbau in Afghanistan, so heißt es in einem Magazinbericht. Weniger als 4000 Soldaten sollen demnach zum Ende des Jahres 2014 noch vor Ort sein.
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Berlin/HamburgTrotz der schlechten Sicherheitslage in Afghanistan will die Bundesregierung die Zahl der deutschen Soldaten dort einem Magazinbericht zufolge im kommenden Jahr stark reduzieren. Das Bundeswehr-Kontingent solle auf deutlich unter 4000 Soldaten verkleinert werden, berichtete der "Spiegel" am Sonntag. Zudem solle das neue Mandat länger als die übliche Zeit von einem Jahr laufen, um über die heikle Phase der afghanischen Wahlen Anfang 2014 hinauszureichen. Darauf hätten sich Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) verständigt.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte dazu, weder Zahlen noch zeitlicher Umfang des neuen Mandats stünden fest. Inwiefern Truppen abgebaut würden, müsse mit den Verbündeten abgestimmt werden und sei noch nicht entschieden. Veränderungen am Umfang des deutschen Mandats müssten zudem immer mit den Verbündeten im Rahmen des ISAF-Einsatzes abgestimmt sein.

Die USA als mit Abstand wichtigster Truppensteller in Afghanistan stehen kurz vor der Präsidentenwahl, die auch über die künftige Afghanistan-Politik des Landes entscheiden wird. Zuletzt hatte der internationale Afghanistan-Einsatz durch eine Welle von Attacken aus den Reihen der afghanischen Sicherheitskräfte einen schweren Rückschlag erlitten. Die Ausbildung der einheimischen Sicherheitskräfte, die den Kern der Abzugsstrategie bildet, musste zeitweise eingeschränkt beziehungsweise sogar eingestellt werden.

Das deutsche Afghanistan-Mandat läuft noch bis Januar. Momentan sind in Afghanistan und dem logistischen Drehkreuz Usbekistan rund 4500 Bundeswehr-Soldaten im Einsatz. Ihre Zahl soll bis zum Ablauf des Mandats auf 4400 sinken. Vergangene Woche übergab die Bundeswehr in Feisabad ihr erstes größeres Lager an die afghanischen Sicherheitskräfte.

Die Nato will ihre Kampftruppen bis Ende 2014 vom Hindukusch abziehen. Ein Folgeeinsatz unter dem Namen ITAAM (International Training Assistance and Advisory Mission) soll der Ausbildung und Beratung der einheimischen Sicherheitskräfte dienen. Auch diese Soldaten müssen jedoch geschützt werden, so dass voraussichtlich auch ausländische Kampftruppen in Afghanistan bleiben werden. Wie viele Soldaten Deutschland ab 2015 für die Folgemission ITAAM stellen wird, ist noch unklar. Für die Gesamtstärke der neuen Afghanistan-Truppe wird mit 10.000 bis 40.000 Soldaten spekuliert.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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