Medienbericht
CIA unterhält weltweit geheime Antiterrorzentren

Der US-Geheimdienst CDI hat einem Medienbericht zufolge in mehr als 20 Ländern geheime Antiterrorzentren eingerichtet - auch in Europa. Dort arbeiteten die Amerikaner Seite an Seite mit einheimischen Agenten, um Terroristen aufzuspüren. Die Zentren hätten aber nichts mit geheimen CIA-Gefängnissen zu tun, die in osteuropäischen und anderen Ländern existieren sollen.

HB WASHINGTON/LONDON. Dies berichtete die Zeitung „Washington Post“ unter Berufung auf Geheimdienstbeamte. Die Zentren seien überwiegend von der CIA finanziert und unter anderem mit modernster Abhörtechnik und Waffen ausgestattet. Sie seien mit den wichtigsten Computer-Datenbasen der CIA vernetzt.

Die US- Regierung äußert sich nicht dazu. Die Gefängnisse sollen allein von der CIA unterhalten werden, während die Antiterrorzentren gemeinsame Einrichtungen sind.

Die Zentren befänden sich in Asien, dem Nahen Osten und Europa, schrieb die Zeitung. Schon im Sommer hatte sie über ein solches Geheimzentrum mit dem Code-Namen „Alliance Base“ in Paris berichtet. Dort sollen auch deutsche Antiterrorexperten arbeiten. Das erste der geheimen Antiterrorzentren sei schon Ende der 90er Jahre eingerichtet worden, schrieb die Zeitung, ohne den Ort zu nennen. Dort arbeiteten CIA-Agenten und heimische Ermittler zusammen, um militante Islamisten aus Saudi-Arabien, Jemen und Ägypten abzufangen, die sich an den Kämpfen in Bosnien beteiligen wollten.

Nach dem Bericht wurden seit den Terroranschlägen im September 2001 weltweit 3000 mutmaßlichen Terroristen gefasst oder getötet. An praktisch jeder Aktion sei ein ausländischer Geheimdienst beteiligt gewesen, sagte ein hochrangiger CIA-Beamter nach dem Bericht der Zeitung bei einer nicht öffentlichen Anhörung im Kongress.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat im Zusammenhang mit den Spekulationen über angebliche geheime Gefängnisse des US-Geheimdienstes CIA in osteuropäischen Ländern von der Europäischen Union Aufklärung gefordert. „Ich denke, Großbritannien, das derzeit die Ratspräsidentschaft innehat, trägt eine immense Verantwortung“, sagte Amnesty-Generaldirektorin Irene Khan bei der Eröffnung einer Konferenz in London. Die EU sei verpflichtet zu ermitteln, ob die USA illegale Gefängnisse in Polen oder Rumänien unterhalten. „Warum lassen sie keine Inspektionen zu? Was haben sie zu verbergen?“ fragte sie.

Die Zeitung „Washington Post“ hatte vorige Woche berichtet, die CIA halte im Ausland mehrere führende Al-Kaida-Extremisten in geheimen Gefängnissen fest, darunter auch in Osteuropa. Dazu hatte die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch erklärt, sie verfüge über Hinweise, dass Polen und Rumänien geheime CIA-Gefängnisse beherbergten.

Eine Untersuchung der Vorwürfe hat jüngst der Europarat angekündigt. Für die EU wäre die Existenz derartiger Einrichtungen eine Blamage. Sie fordert von ihren Mitgliedern die Achtung der Menschenrechte und verbietet geheime Haftanstalten. Polen ist der EU im vorigen Jahr beigetreten, Rumänien will 2007 Mitglied werden. Die Regierungen beider Länder versicherten jedoch der EU-Kommission, dass die Vorwürfe nicht zuträfen.

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