Medienbericht: Griechenland zahlt nur Mini-Zinsen auf Staatschulden

Medienbericht
Griechenland zahlt nur Mini-Zinsen auf Staatschulden

Griechenland ist hochverschuldet. Einige fordern einen zweiten Schuldenschnitt, weil vor allem die Zinslast unerträglich sei. Dabei zahlt das Land offenbar vergleichsweise wenig, weniger als Deutschland etwa.
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BerlinGriechenland zahlt einem Medienbericht zufolge trotz seiner immensen Schulden nur äußerst moderate Zinsen. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Kreise der internationalen Geldgeber. Demnach zahle Griechenland auf seine gesamte Staatsschuld im Durchschnitt nur einen Zins von 2,4 Prozent. Das ist weniger als in Deutschland der Bund, dessen ausstehenden Anleihen durchschnittlich 2,7 Prozent Zins ausweisen.

Im Wahlkampf ist die Zinsbelastung des großen Schuldenberges (mehr als 175 Prozent der Wirtschaftsleistung) ein heftig umstrittenes Politikum. Der Anführer des linken Bündnisses Syriza Alexis Tsipras fordert einen zweiten Schuldenschnitt, da die Last angeblich unerträglich hoch sei.

Tatsächlich aber ist die Zinslast dem Bericht zufolge niedrig, weil das Land überwiegend Hilfskredite zu politischen Vorzugszinsen erhalten hat. Inzwischen liegen mehr als drei Viertel der griechischen Schulden bei öffentlichen Geldgebern und damit vor allen bei den Steuerzahlern Europas.

Nach der Entscheidung für vorgezogene Wahlen in Griechenland ist eine Debatte über einen Austritt des hochverschuldeten Landes aus der Euro-Zone entbrannt. Der konservative Regierungschef Antonis Samaras war zu Wochenbeginn endgültig mit dem Versuch gescheitert, seinen Präsidentschaftskandidaten durch das Parlament zu bringen.

Damit stehen am 25. Januar Neuwahlen ins Haus. Zur stärksten Kraft könnte dabei Umfragen zufolge das Linksbündnis Syriza werden, das die Vereinbarungen mit den internationalen Kreditgebern ändern und den Sparkurs lockern will. Griechenland wird seit 2010 mit zwei Rettungsprogrammen in Höhe von 240 Milliarden Euro von den EU-Staaten und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Wasser gehalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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