Medienbericht
Großbritannien soll angeblich zum Euro-Rettungspaket beisteuern

Die Euro-Finanzminister wollen heute über die Schuldenkrise beraten. Laut Medienbericht wird man Großbritannien um einen erheblichen Beitrag zum neuen Euro-Rettungspaket des IWF bitten.
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LondonDie Finanzminister der Eurozone wollen einem Zeitungsbericht zufolge Großbritannien bitten, einen erheblichen Beitrag zu einem neuen Euro-Rettungspaket des IWF zu leisten. Großbritannien solle gebeten werden, 30,9 Milliarden Euro beizusteuern, berichtete die britische Zeitung „Daily Telegraph“.

Auf dem EU-Gipfel am 8. und 9. Dezember hatten die Euro-Länder und andere EU-Mitgliedstaaten sich zum Ziel gesetzt, für die Krisenbekämpfung zusätzliche Mittel von bis zu 200 Milliarden Euro für den IWF bereitzustellen. Die Euro-Finanzminister wollen heute in einer Telefonkonferenz über den Kampf gegen die Schuldenkrise beraten.

Wenn Großbritannien der Bitte nachkäme, wäre das Land der zweitgrößte Geber des 200-Milliarden-Pakets nach Deutschland und würde gleichauf mit Frankreich liegen. Der britische Premierminister David Cameron hatte allerdings wiederholt gesagt, sein Land wolle nicht direkt in den Rettungsfonds einzahlen.

Cameron hatte es beim EU-Gipfel als einziger Regierungschef abgelehnt, die EU-Verträge für eine Rettung des Euro zu ändern. Nach der auf dem Gipfel getroffenen Vereinbarung sollen die Euroländer etwa drei Viertel der geplanten 200 Milliarden Euro tragen, der Rest soll aus anderen EU-Staaten kommen.

Der euroskeptische Flügel von Camerons konservativer Tory-Partei lehnt Zahlungen Großbritanniens für eine Rettung der Gemeinschaftswährung grundsätzlich ab. Ein Sprecher des Premiers sagte am Freitag, die britische Regierung habe beim EU-Gipfel sehr deutlich gesagt, dass sie „keinen Beitrag zu den 200 Milliarden Euro“ leisten werde.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Und zwar deshalb (hab die Texte hier gelesen und lange suchen müssen, bis ich sie wiedergefunden habe!):

    "Und nein, die, die Sie meinen, machen an Arbeitsplatzschaffung gerade mal 10% aus; den Rest übernehmen Kleinunternehmen und der Mittelstand; noch – zum Glück! Im Verhältnis zu den Förderungen, die die von Ihnen protegierten Superreichen einstreichen, sind andere Kosten, die aber täglich als den Staat schädigend bezeichnet werden, vernachlässigbar. Diese Zahlen dürften Ihnen aber nicht bekannt sein, denke ich, wenn Sie diese Kreise so verteidigen. Entweder sind sie gehirngewaschen worden oder Sie wollen noch was werden, wie es in Ihrem Jargon wohl heißen dürfte. Oder Sie verstehen das Problem mit Veranlagung, Verzinsung, dem Zinseszins ... und so weiter nicht so richtig. Auch die Ethik der Geldproduktion dürfte noch nachzuholen sein, um ein sich im Kreis drehendes Problem so wahrzunehmen, dass Sie darüber nachzudenken begännen, wie eine Gesellschaft mit weniger Produktion auskommen könnte, was einem Betriebswirt völlig fremd ist und leider auch die meisten Volkswirte nicht bedenken. Aber zum Glück nur die meisten, was bedeutet, dass ich, und jetzt bin ich wahrhaft naiv, noch Chancen für die Genesung des Alles-an-sich-raffen-Wahns des modernen Menschen sehe." (Olli)

    "Du meinst, weil die Reichen von Schockwellen verschont bleiben. Der arme Arbeiter, oft schon arbeitslos, der zu solcher Zeit oft nur noch vom Ersparten lebt, wird auch noch dieses Bisschens beraubt. Tolle Idee, solche Inflation, was? Die Reichen werden nämlich vorher von ihren Freunden in Politik und Wirtschaft gewarnt, kaufen mit dem schon schlechten Geld eure realen Güter auf und gehen noch reicher aus solcher Krise hervor. Danach darf der Arbeitssklave, der jetzt endgültig alles verloren hat, zu noch niedrigeren Löhnen schuften ... Nach einer Währungsreform muss es eine Bodenreform geben! (Silvio Gesell)" (Olliver)

  • Darin sind wir grundsätzlich anderer Meinung.

  • @PisaPisa: Ich muss Sie leider enttäuschen. Die vielen Milliarden von den griechischen Politikern sind schon wieder weg. Sie wurden vorsichtshalber woandershin transferiert. Da ist also bedauerlicherweise nichts mehr zu machen. Macht aber nix, denn es gibt noch viel mehr Geld dort:
    In den letzten Monaten wurden insgesamt um die 600 Milliarden € in die Schweiz und in andere Länder umgeschichtet. Mag sein, dass es sogar noch mehr sind. Und wer denkt, damit sei nun alles aus dem Land geflossen, der irrt gewaltig. Allein in den letzten Tagen wurden noch einmal 14 Milliarden € von griechischen Konten abgehoben. Zu Ihrer Beruhigung darf ich Ihnen aber immerhin sagen, dass es nicht für Weihnachtsgeschenke ausgegeben wird. Die Griechen rechnen mit dem Ende ihres Euros, das ist alles.

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