Medienbericht

Hollande fordert tiefere Integration der Euro-Staaten

Frankreichs Präsident will eine tiefere Gemeinschaft in Europa erreichen, doch er misst mit zweierlei Maß: Während Schulden vergemeinschaftet werden sollen, sollten nicht alle Staaten alle Entscheidungen mittragen müssen.
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Frankreichs Präsident François Hollande fordert ein „Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten“. Quelle: Reuters

Frankreichs Präsident François Hollande fordert ein „Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten“.

(Foto: Reuters)

BerlinUnmittelbar vor dem EU-Gipfel hat der französische Staatspräsident Francois Hollande eine tiefere Integration der Euro-Staaten angemahnt. „Ich bin für ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten, der verschiedenen Kreise“, sagte Hollande in einem am Mittwoch vorab veröffentlichtem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ und anderer europäischer Medien.

Die Gruppe der Euro-Staaten müsse politisch gestärkt werden, forderte der sozialistische Politiker. So sollten sich die Staats- und Regierungschefs der Währungsunion künftig jeden Monat treffen. Der Präsident der Euro-Gruppe müsse „ein klares und ausreichend langes Mandat“ bekommen. Für ihn sei klar, dass die derzeit aus 27 Mitgliedstaaten bestehende EU weiter wachsen werde. Aber: „Diese große Union darf es nicht verhindern, dass manche ihrer Mitgliedstaaten verstärkt zusammenarbeiten.“ Neben der Gemeinschaftswährung sei dies etwa auch bei der Einführung einer Börsensteuer der Fall. Und wenn Staaten wie Großbritannien abseits stehen wollten, sei das hinzunehmen.

Konkret mit Blick auf die Schuldenkrise forderte Hollande wirtschaftlich stärkere Länder dazu auf, mehr Solidarität zu zeigen und deren Binnennachfrage anzukurbeln. Dies könne durch eine Erhöhung der Löhne oder eine Senkung der Abgaben geschehen, schlug der französische Präsident vor, ohne Deutschland konkret beim Namen zu nennen. Zudem bekräftigte er seine Forderung nach einer „teilweisen Vergemeinschaftung der Schulden“ durch die Einführung von Euro-Bonds. Die Zinssätze, zu denen sich die Euro-Staaten auf den Kapitalmärkten finanzieren, dürften nicht mehr so stark auseinanderklaffen.

Hollande sagte, er sei überzeugt, dass die Schuldenkrise schon bald überwunden sei. Bis Ende des Jahres müsse die Lage Griechenlands geklärt sein. Zweitens müssten die Reformen in den Krisenstaaten mit Hilfen flankiert werden. Drittens müsse die Banken-Union verwirklicht werden. 2013 sollten dann die Entscheidungsmechanismen der EU reformiert und die Union vertieft werden.

  • rtr
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10 Kommentare zu "Medienbericht: Hollande fordert tiefere Integration der Euro-Staaten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was für ein dummer und dreister Mensch!

  • Wir haben die Regierenden die wir verdienen - schauen sie sich doch mal ihre Mitmenschen an. Freundliche, offene, integre und authentische Menschen muss man doch mit der Lupe suchen - diese Leistungs- und Konsumgesellschaft spült doch diesen Typus "selbstverliebter, opportunistischer Politparasit" an die Spitze der Gesellschaften. Hollande ist doch z.B. wirklich eine peinliche Gestalt.

  • Hmmm ... ich bin zunehmend verunsichert - ab wann greift die Regelung, daß ein Attentat (wie z.B. im Fall von Stauffenberg) als humanitäre, notwendige Maßnahme betrachtet wird?
    Da es keine Diskussionen mehr gibt, sondern - wie im 3.Reich - nur noch gleichgeschaltete Parteien, gleichgeschaltete Presse - beginnt jetzt die Zeit, wo Attentate auf Hollande, Merkel, und die anderen Pigs begrüßenswert sind?
    Ich weiß gar nicht, wie ich reagieren würde, wenn morgen in der Zeitung zu lesen wäre, daß ein verzweifelter Apotheker aus Liebe zu seinem Land und seinen Mitmenschen ein paar von unseren elitären Herrschern entsorgt hätte.
    Doch. Wäre eigentlich ganz gut.

  • Verstehe.

    Frankreich will "verstärkt" schmarotzen.

    Das nennt sich dann "verstärkt" zusammenarbeiten.

    Diese Zwangszusammenarbeit mit den FPIGS-Schmarotzern ist zum kotzen. Kriegen diese faulen und korrupten Penner nichts alleine hin?

  • ...aber beide wollen die Völker zusammenpressen ohne diese zu fragen, ob sie dies denn möchten.

    Allerdings könnte die Motivation hierfür unterschiedlich sein. Bei Hollande spielt ggf. die Sorge, um die Finanzen Frankreichs die Hauptrolle, bei Schäuble hingegen, der bereit ist sämtliches Staats und Volksvermögen für die Super-EU zu opfern, liegen offensichtlich andere, mir unverständliche Motive vor.

  • Blöde Parolen. Integration in WAS? In dieses antidemokratische Elitenprojekt EUdSSR?

  • Politikersprech muß man immer übersetzen: Hollande will mit tieferer Integration sagen, daß er Haushalten und Unternehmen tiefer in Tasche langen wird, damit die Regierungen mehr Geld zum Verplempern haben. Wenn er von verschiedenen Geschwindigkeiten bei der Mitsprache redet, meint er natürlich das Diktat von Frankreich in EU und Eurozone.

  • Hollande und Frankreich stehen mit dem Hintern nur noch eine Handbreite vor der Kreissäge. Das erklärt alles.

  • Dass Hollande die Euro-Bonds will, ist klar.
    Und dass er Hilfen will auch.
    Denn auch Frankreich braucht finazielle Hilfe
    Egal was derzeit abgeht, es ist alles halbgar und wird Europa mehr schaden als nutzen

  • Das ist der Niveauunterschied zwischen Holländer und Schäuble. Während letzterer den "Diktator" fordert, fordert erster eine tiefere Integration.

    In der Sache möglicherweise das gleiche Ergebnis. Der Unterschied liegende offensichtlich im unterschiedlichen demokratischen Verständnis.

    In der Tat schürt Schäuble die Vorurteile gegen die Deutschen im Ausland.

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