Medienbericht
Kompromiss in spanischer Bankenkrise in Sicht

Laut einem Medienbericht könnte Geld aus dem Euro-Schutzschirm direkt an den spanischen Fonds zur Rettung der Banken fließen. Damit bliebe durchgesetzt, dass Hilfen aus dem Schutzschirm nur an Staaten gezahlt werden.
  • 3

MünchenIm Ringen um ein Ende der Bankenkrise in Spanien gibt es einem Medienbericht zufolge Anzeichen für einen europäischen Kompromiss. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wird derzeit darüber verhandelt, ob Geld aus dem Euro-Schutzschirm direkt an den spanischen Bankenrettungsfonds gezahlt werden kann. Im Gegenzug müsste Madrid demnach zusagen, die Probleme im Finanzsektor zu beseitigen. Anders als Griechenland müsste die spanische Regierung aber keine Auflagen zur Haushaltssanierung und zur Reform der Wirtschaft hinnehmen.

Eine solche Lösung hätte dem Bericht zufolge zwei Vorteile. Zum einen würde anerkannt, dass die Krisen in Spanien und Griechenland gänzlich unterschiedlicher Natur sind. Zum anderen hätten sich Deutschland und eine Reihe weiterer Staaten mit der Position durchgesetzt, dass europäische Hilfsgelder auch in Zukunft nur an staatliche Stellen und nie an private Kreditinstitute ausgezahlt werden dürfen. Laut "Süddeutscher Zeitung" wird derzeit aber noch geprüft, ob eine Überweisung von Mitteln an den spanischen Bankenrettungsfonds rechtlich zulässig ist.

Die spanische Regierung stützt den unter einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase leidenden Bankensektor derzeit mit Milliardenbeträgen, um dessen Zusammenbruch zu verhindern. Bisher will Madrid keine mit zahlreichen Auflagen verbundenen Darlehen aus dem Euro-Krisenfonds EFSF beantragen. Wegen der lahmenden Wirtschaft gilt das Land allerdings als Kandidat für europäische Hilfen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Kompromiss in spanischer Bankenkrise in Sicht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Entscheidend ist die Haftungsfrage.

    Wenn der spanische Staat für die Bedienung der europäischen Kredite vollumfänglich haftet, dann kann man das Geld auch direkt an den spanischen Bankenrettungsfonds zahlen.

    Ich gehe 'mal davon aus, daß die Spanier nicht so blöd sind zu glauben daß sie ohne direkte Auflagen durch IWF/EFSF um Reformen herumkommen.

    Denn diesen Schluck aus der europäischen Pulle genehmigen sie sich schon im 'last chance saloon'.

  • Die Banken sollen wieder unterstützt werde, nehmen aber gleichzeitig den Wohnungseigentümern in Spanien (siehe Fernsehbeiträge), die aufgrund der schwachen Wirtschaftslage ihre Wohnungen nicht abbezahlen können, ihr "Eigentum" weg. Was passiert nun mit den leeren Wohnungen? Stehen dumm rum, werden nicht benutzt, bringen kein Geld.
    Wäre es nicht sinnvoller diesen Wohnungseigentümern die Wohnungen zu bezahlen bzw. zu finanzieren, statt den Banken wieder Geld in den A.... zu blasen? Ist mal so eine Idee. Geld dort anlegen wo die Menschen etwas davon haben, an die, die nichts für die Zustände in der Finanzwirtschaft können.
    Rudi

  • Spanien soll 6,7 % Zinsen für neues Geld bezahlen.

    Ich muss 8 % Zinsen für eine Überziehung bis €10.000,-- und darüber 12 % Zinsen bezahlen. Die EU hilft mir auch nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%