Medienbericht
Nordkorea offenbar zum Einlenken in Atomstreit bereit

Nordkorea hat im monatelangen Streit um sein Atomprogramm einer japanischen Zeitung zufolge eingelenkt und ist demnach unter Bedingungen wie von den USA gefordert zu multilateralen Gesprächen bereit. Als Voraussetzung müssten die USA aber eine Bestandsgarantie für die kommunistische Regierung des Landes geben, berichtete „Tokio Shimbun“ am Mittwoch.

Reuters TOKIO. Nordkoreanische Vertreter bei den Vereinten Nationen (UNO) hätten den Vorschlag anlässlich inoffizieller Gespräche mit US-Vertretern am 8. Juli gemacht, schrieb das Blatt unter Berufung auf nicht näher genannte chinesische Regierungskreise. „Wir wären zu Fünf-Länder-Gesprächen bereit, wenn es ein Versprechen zum Bestand der Regierung geben würde“, sagte ein nordkoreanischer Diplomat der Zeitung zufolge einem US-Vertreter.

Nordkorea hatte bislang stets auf bilaterale Gesprächen mit den USA zur Beilegung des Streits bestanden sowie einen Nicht-Angriffspakt mit den USA gefordert. Die USA wollen jedoch eine Einbeziehung weiterer Staaten wie Südkorea, Japan und China. Vertreter Chinas und Japans haben am Dienstag ihre Bereitschaft zur Teilnahme an Gesprächen bekräftigt. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen ist auch Südkorea dazu bereit. Am Dienstag hatte Reuters zudem aus Kreisen erfahren, dass China sich für einen Kompromiss für Gespräche zwischen Nordkorea und den USA einsetzte. Dem Vorschlag Chinas zufolge sollen zunächst multilaterale Gespräche stattfinden, bei denen es zu bilateralen Treffen kommen würde.

Im Oktober hatten die USA erklärt, Nordkorea habe die Existenz eines geheimen Programms zur Anreicherung von Uran eingestanden. Der kommunistische Staat könnte nach Geheimdienstangaben inzwischen über zwei Atombomben verfügen. US-Präsident George W. Bush hat Nordkorea zusammen mit Iran und Irak unter dem inzwischen gestürzten Präsidenten Saddam Hussein als „Achse des Bösen“ bezeichnet. Auch Außenminister Joschka Fischer warnte in deutlichen Worten von der Gefahr, die von Nordkorea ausgehe. „Es ist das schrecklichste Regime zurzeit“, sagte er in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview des US-Fernsehsenders PBS. Die Lage sei sehr gefährlich. Er wandte sich gegen eine Militäraktion gegen Nordkorea: „Wir sollten diplomatische Mittel benutzen“, zumal bei einem militärischen Vorgehen unabsehbare Folgen drohten, fügte Fischer hinzu.

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