Medienbericht
Portugal nimmt deutlich weniger Steuern ein

Das mit der Troika vereinbarte Defizit-Ziel ist anscheinend in Gefahr. Laut einem Medienbericht nimmt Portugal drei Milliarden Euro weniger an Steuern ein. Das Finanzministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.
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Lissabon Portugal wird in diesem Jahr einem Zeitungsbericht zufolge drei Milliarden Euro weniger an Steuern einnehmen als zunächst veranschlagt. Damit gerate das mit den internationalen Geldgebern EU, EZB und IWF vereinbarte Defizit-Ziel in Gefahr, berichtete "Diario Economico" am Donnerstag ohne Angaben von Quellen. Die Zahlen sollten kommende Woche den Inspektoren von Europäischer Kommission und Internationalem Währungsfonds vorgelegt werden. Das Finanzministerium wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Die Auflagen des 78 Milliarden Euro schweren Hilfspakets sehen für 2012 ein Defizit von maximal 4,5 Prozent des BIP vor. Die Regierung in Lissabon hat dieses Ziel wiederholt als realistisch bezeichnet. Allerdings gab die Prüfbehörde des Parlaments bereits Ende Juli bekannt, im ersten Halbjahr weniger Steuern eingenommen zu haben. Ein Teil der Ausfälle sollten jedoch durch starke Einsparungen im Haushalt ausgeglichen werden. Der Zeitung zufolge rechnet die Regierung im Gesamtjahr wegen geringerer Zuflüsse von der Mehrwertsteuer nun mit Einnahmen von 32,135 Milliarden Euro. Im März war sie noch von 35,135 Milliarden Euro ausgegangen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Gähn!

  • Würde der portugisische Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

    Portugal hätte dann einfach keine Schulden und wir keine Krise.

    Aber so verdienen immer nur die Banken auf Kosten der Steuerzahler. Ein einzigartiges Betrugssystem.

    Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt.

  • Welche Überraschung ! Nachdem Sparen und Austerität nicht funktioniert haben, werden wir bald die gegenteilige Strategie erleben: Zentralistische Wachstunsprogramme und Gelddrucken durch die EZB bis zur Besinnungslosigkeit. Unterstützt wird diese "Strategie" dann noch durch eine unendliche Kreditlinie des ESM für insolvente Banken.

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