Medienbericht
USA nennen Behauptung über Iraks Uran-Kauf Irrtum

Die US-Regierung hat nach einem Bericht der „Washington Post“ erstmals einen Irrtum bei der Behauptung eingeräumt, Irak habe versucht, in Afrika Uran zu kaufen. „Mit dem Wissen, das wir heute haben, hätte die Äußerung über Iraks Versuch, in Afrika Uran zu kaufen, nicht in der Rede (von US-Präsident George W. Bush) zur Lage zur Nation stehen sollen“, zitierte die Zeitung am Dienstag einen Vertreter der US-Regierung.

Reuters WASHINGTON. Das Zitat sei vom US-Präsidialamt autorisiert worden. Eine Stellungnahme des Präsidialamtes lag zunächst nicht vor. Bush hatte im Januar einige Wochen vor Beginn des Irak-Krieges erklärt, Irak habe versucht, in Afrika waffentaugliches Uran zu kaufen.

Die Zeitung berichtete weiter, die US-Regierung habe faktisch eingeräumt, dass die Geheimdienstberichte, die Bushs Rede zu Grunde lagen, falsch gewesen seien. Die US-Regierung habe auch auf einen Bericht des Auswärtigen Ausschusses des britischen Parlamentes vom Montag reagiert. Darin wurde der britische Premierminister Tony Blair zwar vom Vorwurf entlastet, die Abgeordneten zur Rechtfertigung des Irak-Kriegs mit irreführenden Informationen getäuscht zu haben. Zugleich aber stellte der Bericht die Glaubwürdigkeit britischer Geheimdienstberichte in Frage, die Bush auch in seiner Rede am 28. Januar zitiert hatte. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte im März einen Bericht über den angeblichen Kaufversuch zurückgewiesen und erklärt, er beruhe auf gefälschten Unterlagen. Der Vorwurf, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen, war einer der Hauptgründe der USA und Großbritannien für den Krieg gegen das Land. Bislang wurden allerdings keine solchen Waffen im Irak gefunden. Die britische und die US-Regierung sehen sich der Kritik ausgesetzt, Geheimdienstinformationen über Massenvernichtungswaffen manipuliert zu haben, um Argumente für den Krieg gegen den Irak zu haben.

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