Medienberichte
EU dementiert Gerüchte um den Euro-Austritt Griechenlands

Das Gerücht schlug ein wie eine Bombe, es steckt aber allem Anschein nicht viel dahinter: Laut einem Magazinbericht erwägt Griechenland den Austritt aus der Euro-Zone. Die Dementis ließen nicht lange auf sich warten.
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Berlin/Brüssel/FreiburgDas hoch verschuldete Griechenland erwägt einem Medienbericht zufolge einen Austritt aus der Euro-Zone. Die Regierung in Athen denke darüber nach, den Währungsraum zu verlassen und wieder eine eigene Währung einzuführen, berichtete "Spiegel Online" am Freitag. Auf entsprechende Signale hin habe die EU-Kommission die Euro-Finanzminister zu einem Sondertreffen am Abend in Luxemburg geladen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wolle die Griechen unter allen Umständen von dem Schritt abhalten. Eine interne Vorlage seines Ministeriums warne vor katastrophalen Folgen eines Austritts Griechenland.

Ein Sprecher von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker wies den Bericht als falsch zurück. Es sei kein solches Treffen geplant. In deutschen Regierungskreisen hieß es, ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone "stand und steht nicht an". Das Handelsblatt erfuhr aus dem Bundesfinanzministerium, dass es sich um eine Falschmeldung handele.

Die EU-Kommission hat auch zurückgewiesen, dass Vertreter der Euro-Gruppe am Freitagabend zu einem Krisentreffen zusammenkommen, um über einen möglichen Austritt Griechenlands aus dem Euro zu beraten. "Ich weiß davon nichts", sagte ein Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel.

Auch aus Griechenland wurde der Bericht zurückgewiesen. Aus dem Finanzministerium verlautete es: „Die Veröffentlichung über eine angeblich bevorstehenden Austritt Griechenlands aus der Eurozone ist nicht nur unwahr; sie zeugt auch von einer unverständlichen Leichtfertigkeit. Die griechische Regierung und die Regierungen der anderen Mitgliedsländer der EU haben dieses Szenario wiederholt dementiert. Derartige Veröffentlichungen stellen eine Provokation dar, sie unterminieren die Konsolidierungsbemühungen Griechenlands und dienen der Spekulation.“

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  • Das klingt recht logisch fuer mich. DIe Griechen sind im Prinzip selbst Schuld an ihrer Misere.

    Erst treten sie der EMU auf fragwuerdigem Wege bei, einem Wirtschaftsraum, in dem sie mit ihrer niedrigen Produktivitaet nicht schritthalten koennen. Die nach dem Beitritt eingesetzte Inflation haben sie mit ihren Produktivitaetssteigerugen nicht ausgleichen koennen. Das hat das Land ausgeblutet und die restlichen verbliebenen Industriezweige sind weiter ostwaerts gezogen. Eigentlich haette ein unabhaengiger Drachme diese Probleme (teilweise) wieder ausbuegeln koennen, aber die Griechen haben sich damals freiwillig in ein goldenes Gefaengnis namens EMU begeben.

    Ein Austritt aus dem Waehrungsraum und eine damit verbundene (starke) Abwertung der Drachme 2.0 wuerde deren Produkten und Dienstleistungen auf dem EU-/Weltmarkt wieder eine Chance geben, neue Investoren anlocken und somit ein nachhaltiges Konjunkurprogramm darstellen.

    Da die griechischen Staatsanleihen alle in EUR notieren, wuerden sie nach einem Austritt im Verhaeltnis zur Drachme 2.0 stark an Wert gewinnen und den Griechen ueber den Kopf wachsen. Aus diesem Grund mach ein Haircut _vor_ dem Austritt aus der EMU m.E. absolut Sinn.

  • Wieso hat es eigentlich so lange gedauert, bis ein derartiges Gerücht solche Schlagzeilen macht und die Finanzmärkte verunsichert?Wirklich neu sind diese Spekulationen doch eigentlich nicht, allerdings scheint sich die Vermutung angesichts neuer (schlechter) Wirtschaftsdaten aus Griechenland zu verstärken, das ein (geordneter) Schuldenschnitt unausweichlich wird. Zeitpunkt und Konditionen sind allerdings noch offen, es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die Entscheidungen getroffen werden.

  • Cui bono, wem hift´s? Dem hinkenden Dollar wird wieder auf die Sprünge geholfen und er kann noch ein Stückchen weiter hüpfen. Das Spielchen geht weiter.War auch der Grund dafür warum mit Beginn letztes Wochenende Gold und vor allem Silber nach unten geprügelt wurde.
    Man weiß sehr gut was man tut.

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