Medienberichte: Nummer drei der Taliban in Pakistan gefasst

Medienberichte
Nummer drei der Taliban in Pakistan gefasst

In Pakistan ist nach Geheimdienstangaben einer der Stellvertreter von Taliban-Chef Mullah Omar gefasst worden, der während der Herrschaft der Radikalen in Afghanistan Verteidigungsminister war. Es dürfte sich um den schwersten Schlag gegen die Taliban seit dem Sturz ihres radikal-islamischen Regimes Ende 2001 handeln.

HB ISLAMABAD. Mullah Obaidullah Achund sei bereits vor einigen Tagen mit vier weiteren mutmaßlichen Taliban in der Stadt Quetta aufgegriffen worden, verlautete am Freitag aus Geheimdienstkreisen. Die Behörden bestätigten die Angaben offiziell nicht, ein Sprecher der Taliban wies sie als Gerüchte zurück. Achund wäre das ranghöchste Taliban-Mitglied, das seit deren Sturz vor mehr als fünf Jahren festgenommen wurde.

Achund gilt als wichtiger Vertrauter des flüchtigen Taliban-Führers Mullah Omar und soll einer von seinen zwei Stellvertretern sein. Nach Angaben aus Geheimdienstkreisen ging dem Einsatz in Quetta, einer Hochburg der Taliban in Pakistan, ein Hinweis von Seiten der USA voraus. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf Regierungskreise in Islamabad, Achund sei am Montag aufgegriffen worden. An diesem Tag besuchte US-Vizepräsident Dick Cheney Pakistan. Der Taliban-Sprecher Kari Jussuf Ahmadi bezeichnete Berichte über die Festnahme Achunds als falsch. Der Mullah halte sich in Afghanistan auf.

Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums erklärte, sollte sich die Festnahme bestätigen, würde das das Kommandosystem der Taliban beeinflussen. „Er war eine wichtige Person in der Taliban-Bewegung“, sagte Mohammed Zahir Azimi. „Das wird ein schwerer Schlag für die Moral der Taliban sein.“ Islamabad wurde wiederholt vorgeworfen, dass sich unter anderem in Quetta im Südwesten des Landes Extremisten verstecken.

Bei einem Bombenanschlag im Osten Pakistans wurden am Freitag drei Menschen getötet worden. Ziel des Anschlags war offenbar ein Anti-Terror-Richter, der wie sieben weitere Menschen verletzt wurde. Die Polizei in der Stadt Multan erklärte, der am Straßenrand versteckte Sprengsatz sei in der Nähe des Autos des Richters explodiert. Die Bombe sei von Terroristen ferngezündet worden. Vor knapp zwei Wochen hatte sich in Quetta ein Selbstmordattentäter in einem Gerichtssaal in die Luft gesprengt und einen Richter und 15 weitere Menschen in den Tod gerissen.

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