Medienberichte
Russland erwägt Bomber-Verlegung nach Kuba

Russische Militärs erwägen laut Medienberichten die Verlegung von Langstreckenbombern nach Kuba als Antwort auf das geplante US-Raketenabwehrsystem in Mitteleuropa.

HB MOSKAU. „Es sind derzeit nur Überlegungen, aber das heißt nicht, dass nichts Reales dahinter steckt“, sagte ein namentlich nicht genannter Offizier der Zeitung „Iswestija“. Russland hatte einen zu Sowjetzeiten angelegten Stützpunkt auf Kuba 2001 aufgegeben.

Der frühere Kommandant des Stützpunkts auf Kuba, Generalleutnant Michail Oparin, begrüßte die Überlegungen. „Russlands Luftflotte muss danach streben, an allen Ecken und Enden der Erde zu sein“, sagte er der Agentur Interfax. Technisch sei der Aufenthalt russischer Flugzeuge auf der Karibik-Insel kein Problem, schrieb die Zeitung.

Regierungschef Wladimir Putin hatte noch als Präsident mit „Vergeltungsmaßnahmen“ gedroht, sollten die USA ihr Projekt eines Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien verwirklichen. Russlands Ex-Luftwaffenchef Pjotr Dejnekin sagte, er halte die Planspiele für nichts Verurteilungswürdiges. „Auf Russland wird auch keine Rücksicht genommen, wenn Luftwaffenbasen und Radars in unseren Anrainerländern stationiert werden“, sagte Dejnekin der Agentur Ria Nowosti.

Russland empfindet die geplante Stationierung von zehn US-Abwehrraketen in Polen und einer US-Radaranlage in Tschechien als Bedrohung. 1962 hatte der letztlich gestoppte Bau von sowjetischen Raketenbasen auf Kuba – der „Kubakrise“ – fast zu einem Weltkrieg geführt.

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